Rund dreitausend Menschen in Großbritannien haben eine Sammelklage gegen den US-Konzern Johnson & Johnson eingereicht. Sie werfen dem Unternehmen vor, dass sein berühmtes Babypuder mit Talkum Krebs verursacht habe. Wie die Guardian berichtet, fordern die Kläger eine Entschädigung in Höhe von über einer Milliarde Pfund. Vorbereitet von der Redaktion vollveggie.de.
Die Klage wurde beim High Court in London eingereicht. Laut den Anwälten wusste Johnson & Johnson seit Jahrzehnten von den möglichen Risiken, verschwieg jedoch diese Informationen und setzte den Verkauf fort.
Der Anwalt der Kläger, Michael Rowlinson, erklärte, fast alle Talkumvorkommen enthielten Spuren von Asbest – einer Substanz, die als krebserregend gilt. Nach seinen Worten war die Konzernleitung sich der Gefahr bewusst, unternahm jedoch nichts und versuchte sogar, Einfluss auf Regulierungsbehörden zu nehmen.
Der Verkauf des talkumbasierten Babypuders in Großbritannien wurde erst 2023 eingestellt – drei Jahre nach einem ähnlichen Schritt in den USA und Kanada. Das Unternehmen ersetzte Talkum durch Maisstärke, um die Popularität des Produkts zu erhalten.
Zu den Klägern gehören unter anderem die 75-jährige Janet Fushillo, bei der Eierstockkrebs diagnostiziert wurde, sowie Patricia Angell, deren Ehemann an Mesotheliom starb – obwohl er nie mit Asbest gearbeitet hatte, sondern nur zu Hause mit dem Puder in Berührung kam.

Johnson & Johnson und die Tochterfirma Kenvue weisen alle Vorwürfe entschieden zurück. Vertreter des Konzerns betonen, dass das Produkt sicher sei, kein Asbest enthalte und allen internationalen Qualitätsstandards entspreche.
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