Im Iran hat der Expertenrat die Entscheidung über einen neuen Obersten Führer des Landes getroffen. Der Name der Person wurde jedoch bislang nicht offiziell bekannt gegeben. Mehrere Mitglieder des Rates bestätigten dies, wie iranische Staatsmedien berichten. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Dabei handelt es sich um eine der wichtigsten Positionen im politischen System der Islamischen Republik. Der Oberste Führer des Iran bestimmt maßgeblich die strategische Ausrichtung des Staates, kontrolliert die Sicherheitskräfte und besitzt die höchste religiöse Autorität im Land. Nach dem Tod von Ajatollah Ali Chamenei rückte die Frage nach seinem Nachfolger in den Mittelpunkt der politischen Debatte im Iran.
Laut iranischen Quellen wurde die Entscheidung von 88 schiitischen Geistlichen getroffen, die dem Expertenrat angehören. Dieses Gremium ist laut Verfassung befugt, einen neuen Obersten Führer zu wählen. Vertreter des Rates weigerten sich jedoch, Details über die Abstimmung preiszugeben und nannten auch den Namen des gewählten Kandidaten nicht.
Wer als möglicher Nachfolger gilt
Trotz der offiziellen Zurückhaltung kursieren in politischen Kreisen bereits mögliche Namen. Ein Mitglied des Expertenrates deutete an, dass Mojtaba Chamenei – der Sohn von Ali Chamenei – neuer Oberster Führer werden könnte.
Auch die Nachrichtenagentur AFP berichtet unter Berufung auf eigene Quellen, dass er als wahrscheinlicher Nachfolger gilt. Bereits zuvor hatte die DW am 3. März unter Hinweis auf anonyme Quellen aus dem Iran berichtet, dass Mojtaba Chamenei als Kandidat für die Nachfolge in Betracht gezogen wird.
Sollten sich diese Informationen bestätigen, könnte Mojtaba Chamenei zu einer der einflussreichsten Figuren der modernen iranischen Politik werden.
Kommentar aus dem Expertenrat
Nach der Abstimmung äußerte sich Mohsen Heidari, ein Mitglied des Expertenrates, zu der Situation und verwies dabei auf internationale Reaktionen.
„Der Große Satan hat ebenfalls die getroffene Entscheidung erwähnt.“
Mit dieser Formulierung spielte er offenbar auf US-Präsident Donald Trump an. In einem Interview mit dem Portal Axios am 5. März erklärte der amerikanische Präsident, er sei gegen eine mögliche Machtübernahme durch Mojtaba Chamenei. Trump betonte außerdem, dass er sich persönlich an den Diskussionen über die Wahl des neuen iranischen Führers beteiligen wolle.
Israel reagiert mit scharfer Warnung
Parallel zu den Diskussionen über die Nachfolge meldete sich auch Israel mit deutlichen Worten zu Wort.
Am 8. März erklärte die Israelische Armee (IDF) erneut, dass sie jeden verfolgen werde, der die Nachfolge von Ali Chamenei als Oberster Führer des Iran antrete.
Solche Aussagen zeigen, wie angespannt die Lage rund um den Iran und seine zukünftige politische Führung derzeit ist.

Die Position des Obersten Führers im Iran gilt als zentraler Pfeiler des politischen Systems des Landes. Der Amtsinhaber verfügt über die höchste politische und religiöse Autorität und kontrolliert unter anderem die Streitkräfte, die Justiz sowie zentrale staatliche Institutionen.
Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Punkt: Der Oberste Führer wird auf Lebenszeit gewählt. Deshalb hat jede Entscheidung über die Besetzung dieses Amtes langfristige Auswirkungen auf die Innenpolitik des Iran sowie auf seine Beziehungen zur internationalen Gemeinschaft.
Erinnern wir daran, früher haben wir berichtet: Wer ist Modschtaba Chamenei.
