Ein überraschender Rückschlag für die Ermittler im Fall der 2007 verschwundenen Madeleine McCann. Der Mann, den das Bundeskriminalamt als Hauptverdächtigen im Entführungs- und Mordfall des britischen Mädchens sieht, könnte Deutschland in Kürze verlassen – trotz schwerer Vorstrafen und laufender Ermittlungen. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Christian Brückner, 48, war im September unter strengen Auflagen aus der Haft entlassen worden. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte angeordnet, dass er eine elektronische Fußfessel tragen und seinen Aufenthaltsort regelmäßig melden müsse. Zudem durfte er Deutschland nicht verlassen und sollte sich umgehend einen festen Wohnsitz suchen.
Doch nach einem Einspruch seiner Anwälte hob das Oberlandesgericht Celle nun wesentliche Teile dieser Auflagen auf. Die Richter erklärten, die Verpflichtung zu einem festen Wohnsitz im Inland sei rechtswidrig. Auch unter Führungsaufsicht befinde sich eine Person „grundsätzlich in Freiheit“. Damit könne Brückners Bewegungsfreiheit innerhalb Europas nicht per Gesetz eingeschränkt werden – selbst wenn eine Überwachung im Ausland kaum möglich sei.
Brückner plant offenbar die Flucht ins Ausland
Offen bleibt, ob die elektronische Fußfessel außerhalb Deutschlands überhaupt funktioniert. Den Reisepass erhält Brückner vorerst nicht zurück, doch sobald das Landgericht Hildesheim die Entscheidung umsetzt, könnte der Verdächtige ungehindert durch Europa reisen. Beobachter rechnen damit in den kommenden Tagen.
Nach seiner Entlassung aus der JVA Sehnde hatte Brückner zunächst eine Wohnung in Neumünster bezogen, die er nach Protesten von Anwohnern wieder verlassen musste. Seitdem übernachtet er in wechselnden Hotels oder schlägt sein Zelt in norddeutschen Wäldern auf.
Gegenüber der britischen „Daily Mail“ erklärte Brückner: „Die Polizei wollte mich in Deutschland behalten, um mich zu brechen. Sobald ich etwas Geld zusammenhabe, bin ich weg.“ Nach Informationen aus Ermittlerkreisen startete er unmittelbar nach dem OLG-Beschluss eine Spendenkampagne auf „GoFundMe“, um seine Ausreise zu finanzieren. Die Plattform entfernte das Projekt jedoch kurze Zeit später.
Die Ermittlungen im Fall Madeleine McCann dauern weiter an, eine Anklage gegen Brückner ist bislang nicht erhoben worden. Nach einer siebeneinhalbjährigen Haftstrafe wegen Vergewaltigung gilt er als freier Mann mit einem Recht auf Resozialisierung – ein Umstand, der die Ermittler und die Öffentlichkeit gleichermaßen frustriert. In mehreren Städten Norddeutschlands protestierten Anwohner, als bekannt wurde, dass Brückner dort wohnen wollte.

Brückners Anwalt, Dr. Friedrich Fülscher, sprach von einem „erneuten Sieg für die Grundrechte“. Gegenüber der „Bild“ sagte er: „Langsam müsste auch die Behörde in der niedersächsischen Provinz merken, dass man Grundrechte von Bürgern zu beachten hat. Nach der Entscheidung des OLG Celle wird die derzeitige Beschränkung keinen Bestand haben – Herr Brückner wird bald ausreisen können.“
Wohin er gehen will, bleibt unklar. Vor seiner Haftstrafe hatte Brückner mehrere Jahre in Portugal gelebt – genau dort, wo Madeleine McCann im Mai 2007 aus dem Ferienapartment ihrer Eltern an der Algarve spurlos verschwand.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Vollsperrung auf der A1: Brückenabriss bei Vechta sorgt für Verkehrschaos.
