Schwarzer Rauch über dem Flughafen Al Maktoum, ein Feuerball am Boden und schockierte Zuschauer – so endete der Auftritt des indischen Kampfjets Tejas auf der Dubai Airshow. Das leichte, in Indien entwickelte Flugzeug stürzte nur rund einen Kilometer vom Veranstaltungsgelände entfernt ab, während es ein Flugmanöver ausführte. Der Pilot kam ums Leben, wie Behörden in den VAE und die indische Luftwaffe bestätigten. Augenzeugen berichten, dass die Katastrophe innerhalb weniger Sekunden geschah: Der Jet ging in einen niedrigen Rollenflug über, verlor dabei die Kontrolle und stürzte ab – ohne Chance auf Rettung. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Laut offiziellen Angaben ereignete sich der Absturz gegen 14:10 Uhr Ortszeit. Auf Videos, die sich rasch in sozialen Netzwerken verbreiteten, ist zu sehen, wie Tejas in eine senkrechte Looping-Figur einfliegt, jedoch nicht genug Höhe gewinnt. Nach dem Aufprall stieg eine dichte Rauchwolke auf, während Feuerwehrteams sofort zum Unfallort eilten. Tausende Zuschauer, die zum letzten Tag der größten Luftfahrtmesse des Nahen Ostens gekommen waren, verstummten, als sie das Ausmaß der Tragödie erkannten.
Die indische Luftwaffe bestätigte wenig später den Tod des Piloten. In der offiziellen Erklärung heißt es, man „trauere zutiefst um den Verlust“ und unterstütze die Familie des Verstorbenen. Zudem wurde eine Untersuchungskommission eingesetzt, um die Absturzursache zu klären. Der indische Journalist Aditya Raj Kaul veröffentlichte ein Video des Vorfalls und bemerkte, dass er keinen Schleudersitzausstieg gesehen habe.
Terrible News of India’s Tejas crashing in Dubai Air show. No ejection by pilot spotted. Heartbreaking scene. Via @zone5aviation
— Aditya Raj Kaul (@AdityaRajKaul) November 21, 2025
pic.twitter.com/Uq6paQcIG1
Tejas: Indiens Vorzeigeprojekt und die Probleme, die den Jet begleiten
Tejas ist ein leichter, einmotoriger Kampfjet des indischen Konzerns Hindustan Aeronautics Limited (HAL). Das Flugzeug wurde 2016 in die indische Luftwaffe eingeführt und gilt als zentraler Baustein beim Ersatz der alternden MiG-21-Flotte. Erst im September unterzeichnete Indien einen Vertrag im Wert von 7 Milliarden US-Dollar über 97 modernisierte Tejas Mk1A.
Doch das Programm steht seit Jahren unter Druck. Der jetztige Absturz ist der zweite bekannte Unfall dieses Flugzeugtyps: Bereits 2024 stürzte ein Tejas-Jet bei einer Übung im indischen Rajasthan ab, damals überlebte der Pilot. Zudem sorgten zu Beginn der aktuellen Flugshow Fotos für Diskussionen, auf denen Einkaufstüten unter dem Jet lagen – angeblich um „Ölaustritte“ aufzufangen. Das indische Pressebüro erklärte später, es handle sich lediglich um einen „standardmäßigen Routineprozess zur Entwässerung von Kondenswasser“ und nicht um einen Defekt.
Zusätzliche Schwierigkeiten ergeben sich durch Verzögerungen bei den aus den USA gelieferten General-Electric-Triebwerken. Von den 99 bestellten Aggregaten sind bis 2025 lediglich vier eingetroffen. Der Hersteller verweist auf weltweite Lieferkettenprobleme nach der Pandemie.
Warum der Absturz des Tejas in Dubai so viel Aufmerksamkeit erregt
Die Dubai Airshow ist nicht irgendeine Messe, sondern das wichtigste Luftfahrt-Event der Region. In diesem Jahr präsentierten sich über 1.500 Aussteller und rund 200 Fluggeräte. Laut Zeugen verwandelte sich der Jubel über den indischen Jet innerhalb eines Augenblicks in Entsetzen, als die Maschine in Flammen aufging.
Tejas sollte eigentlich ein Symbol für Indiens wachsende technologische Ambitionen sein. Doch der erneute Zwischenfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Schwächen des Programms – von Konstruktionskritik, wegen der die indische Marine den Jet einst ablehnte, bis hin zu anhaltenden Fragen zur Zuverlässigkeit bei komplexen Flugmanövern.
Während indische und emiratische Behörden nun die genauen Ursachen untersuchen, ist bereits klar: Diese Tragödie wird die Debatte über die Zukunft eines Flugzeugs neu entfachen, das Indiens Luftstreitkräfte stärken und Einfluss im regionalen Machtgefüge sichern sollte – nicht zuletzt angesichts des wachsenden Drucks durch China und Pakistan.
Zur Erinnerung: Wir haben auch darüber geschrieben, dass David Beckham, Elton John, Tony Blair und Mick Jagger: Was die neuen Unterlagen im „Epstein-Fall“ enthüllten.
