Mailand – Die einst erfolgreichste Influencerin Italiens, Chiara Ferragni, muss sich nun einer ernsten Anklage stellen. Im Prozess um den sogenannten Pandoro-Skandal hat die Staatsanwaltschaft nun eine klare Forderung erhoben: „Chiara Ferragni soll wegen schweren Betrugs zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt werden.“ Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Die 38-jährige Unternehmerin aus Mailand war persönlich im Gerichtssaal anwesend und wurde nach der Verhandlung von zahlreichen Reportern und Fotografen erwartet. „Ich bin zuversichtlich, mehr kann ich nicht sagen“, erklärte Ferragni gegenüber der Presse.
Ferragni weist die Vorwürfe zurück
Ferragni selbst wies die Vorwürfe vor Gericht zurück. In einer nichtöffentlichen Anhörung erklärte sie laut ihrem Anwalt Giuseppe Iannaccone, dass sie „immer in gutem Glauben gehandelt“ habe. Die Unternehmerin hatte während der Verhandlung betont, dass sie niemals eine betrügerische Absicht verfolgt habe.

Die Karriere von Chiara Ferragni
Chiara Ferragni war jahrelang ein echtes Digitalphänomen. Mit über 29 Millionen Followern auf Instagram sowie Millionen Fans auf TikTok und YouTube galt sie als das Aushängeschild der modernen Influencer. 2013 gründete sie ihr eigenes Label, das aus einem persönlichen Blog hervorging und zu einer Lifestyle-Marke im Wert von rund 40 Millionen Euro anwuchs. Ihre Kooperationen mit Luxusmarken wie Dior, Lancôme, Guess, Bulgari oder Tod’s brachten ihr Millionenhonorare ein. Zusammen mit ihrem Ehemann, dem Rapper Fedez, galt Ferragni als Italiens Glamour-Paar schlechthin.
Der Pandoro-Skandal
Doch im Dezember 2022 sorgte der sogenannte Pandoro-Skandal für Schlagzeilen. Eine Journalistin deckte auf, dass Ferragni damit warb, Luxuslebensmittel wie den rosafarbenen Weihnachtskuchen „Pandoro“ und spezielle Ostereier für einen guten Zweck zu verkaufen. Verbraucher fühlten sich getäuscht, da Ermittlungen zeigten, dass die Spenden kaum weitergeleitet wurden.
Im Rahmen des Skandals hatte Ferragni für eine spezielle Kuchenkreation geworben, bei der die pinkfarbene Verpackung mit ihrem Namen versehen war. Dieser spezielle Pandoro-Kuchen kostete mehr als das Doppelte eines normalen Kuchens derselben Marke.

Der Prozess und die Forderungen der Staatsanwaltschaft
Seit dem 23. September wird der Fall in Mailand verhandelt. Als Nebenkläger wurde nur die Verbraucherschutzorganisation Casa dei Consumatori zugelassen. Ferragni hatte sich bereits mit anderen Klägern außergerichtlich geeinigt und insgesamt 3,4 Millionen Euro an Bußgeldern und Vergleichen gezahlt, bevor der Prozess nun in seine heiße Phase geht.
Am 4. Dezember wird der Prozess fortgesetzt. Ihr Verteidiger Giuseppe Iannaccone plädiert weiterhin auf Freispruch. Die Staatsanwaltschaft fordert jedoch eine Haftstrafe für Ferragni sowie für ihren ehemaligen Manager Fabio Maria Damato, der damals als ihre rechte Hand galt. Ein Urteil wird für Januar 2026 erwartet.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben In Paris wurden vier Verdächtige im Louvre-Raub festgenommen: Was ist mit den Juwelen?
