Die Krise macht auch vor den Traditionsunternehmen keinen Halt. Besonders tragisch ist das Schicksal der Brauerei Carl Betz, die nach über 130 Jahren am Rande der Insolvenz steht. Das Unternehmen, bekannt für sein unverfälschtes „Celler Bier“, hat aufgrund der immer weiter sinkenden Verkaufszahlen Insolvenz anmelden müssen. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion unter Bezugnahme auf bild.de.
Warum geht die älteste Brauerei Deutschlands pleite?
Die Biere der Brauerei zeichnen sich durch ihr unverfälschtes Aroma aus, da auf intensive Filtration und Kurzzeiterhitzung im Brauprozess verzichtet wird. Das bedeutet, dass die natürlichen Bestandteile des Biers erhalten bleiben. Doch die Bierkrise in Deutschland hat auch vor solchen Qualitätsprodukten nicht Halt gemacht. Der Umsatz der Brauerei ist seit 20 Jahren kontinuierlich gesunken, wie Insolvenzverwalter Prof. Dr. Volker Römermann erklärt: „Die Leute kaufen und trinken weniger Bier, und auch die hauseigenen Veranstaltungen konnten den Rückgang nicht kompensieren.“

Trotz des Rückgangs blieb die Brauerei ein Familienbetrieb. Frauke Betz, die geschäftsführende Gesellschafterin und Urenkelin des Firmengründers Carl Betz, leitet das Unternehmen und setzt sich für dessen Fortbestand ein. Doch die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt.
Wie geht es weiter mit der Brauerei?
Das Insolvenzverfahren wird voraussichtlich am 1. Februar 2026 eröffnet. Bis dahin erhalten die Mitarbeiter weiterhin Gehalt von der Agentur für Arbeit. „Wir arbeiten an einer neuen Marketingstrategie und konzentrieren uns auf unsere Vertriebspartner. Die Pleite war ein Schock für die Region, aber wir erhalten viel Unterstützung vor Ort“, so Römermann. Sollte es der Brauerei nicht gelingen, sich wieder auf den Markt zu etablieren, könnte ein weiteres traditionsreiches Unternehmen von der deutschen Brauerei-Landkarte verschwinden.
Carl Betz ist die älteste Röstmalzbierbrauerei Deutschlands. Gegründet wurde sie 1893 von Carl Betz, der aus dem Westerwald nach Celle zog und dort ein Gewerbe für Farbebier anlegte. Dieses Spezialbier wurde früher von großen Brauereien zur Farbgebung dunkler Biere verwendet. Heute gibt es unter dem Namen „Celler Bier“ neben klassischen Pilsnern auch Bock-, Dunkel- und Weißbiere.

Ein Hoffnungsschimmer für die Brauerei
Trotz der prekären Lage zeigt sich Insolvenzverwalter Römermann optimistisch: „Ich glaube fest daran, dass wir das Unternehmen retten können. Es handelt sich um eine großartige Marke mit einer langen Tradition und viel Potenzial. Wir werden kämpfen wie Löwen“, erklärt er.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben MGM Cosmetics meldet Insolvenz an.
