Die Wirtschaftskrise trifft die deutsche Automobilindustrie hart – und der nächste Zulieferer steht vor dem Aus. In Bockenem, Niedersachsen, hat die Meteor GmbH Insolvenz angemeldet, was die 350 Mitarbeiter vor eine ungewisse Zukunft stellt. Der weltweit agierende Industriegigant mit 1.600 Mitarbeitern hat nun einen dramatischen Wendepunkt erreicht. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Meteor, ein wichtiger Zulieferer für die Automobilindustrie, stellt vor allem Dichtungssysteme für große Hersteller her. Doch trotz eines beeindruckenden Erfolges, als das Unternehmen erst im Sommer den größten Auftrag seiner Geschichte an Land zog, musste die Firma nun Insolvenz anmelden. Die Situation wurde noch komplizierter, nachdem die US-amerikanische First Brands Group, die Meteor kürzlich übernommen hatte, ebenfalls Insolvenz anmeldete.
Was bedeutet das für die Mitarbeiter und die Zukunft von Meteor?
In einer Betriebsversammlung am Mittwoch, an der auch Insolvenzverwalter Dr. Rainer Eckert teilnahm, gab es zumindest einen Funken Hoffnung. Meteor sei ein unverzichtbarer Lieferant für die Automobilbranche, so die Einschätzung des Insolvenzverwalters, was das Unternehmen weiterhin auf dem Markt relevant mache. Bürgermeister Rainer Block zeigte sich jedoch betroffen und erklärte: „Das ist ein Tiefschlag für 350 Familien, kurz vor Weihnachten.“
Die gute Nachricht: Bislang betrifft die Insolvenz nur die Meteor GmbH in Deutschland. Der Mutterkonzern Meteor Group mit insgesamt 1.600 Mitarbeitern, einschließlich Tochtergesellschaften in Rumänien, Frankreich und den USA, ist weiterhin operativ tätig. Der Geschäftsbetrieb in Bockenem wird ebenfalls fortgeführt, wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters bestätigte.
Wer trägt die Verantwortung für die Insolvenz?
Meteor war vor der Übernahme durch die First Brands Group erfolgreich auf Kurs, auch wenn das Unternehmen unter der Führung der Aequita-Gruppe zuvor einen harten Sanierungsprozess durchlaufen hatte. Aequita investierte rund 50 Millionen Euro, um das Unternehmen wieder auf die Beine zu stellen. Trotzdem sieht sich die First Brands Group jetzt mit einer Klage konfrontiert, in der sie ihren Gründer beschuldigt, Millionenbeträge veruntreut zu haben – eine Anschuldigung, die dieser abstreitet.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg: Gerichtsverfahren und Zeugenaussagen.
