Berlin bereitet sich auf einen groß angelegten Warnstreik der Polizei und der Ordnungsbehörden vor, der am 15. Januar 2026 stattfinden wird. Die Aktion ist eine direkte Folge der gescheiterten Einkommensverhandlungen für die Landesbeschäftigten der Jahre 2025–2026. Die Arbeitgeber, vertreten durch die TdL, haben eine harte Position eingenommen und die Forderungen der Beschäftigten faktisch ignoriert. Als Reaktion darauf rief die Gewerkschaft DPolG zu einem ganztägigen Warnstreik und zu Massenkundgebungen im Zentrum der Hauptstadt auf. Erwartet wird, dass der Protest nicht nur die Arbeit der Polizei, sondern auch den Alltag der Stadt beeinflussen wird.Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion unter Bezugnahme auf bin.com.ua.
Warum Polizei und Ordnungsamt zum Warnstreik aufrufen
Die Verhandlungen, die am 3. Dezember 2025 begannen, erfüllten von Anfang an nicht die Erwartungen der Beschäftigten. Vertreter der Arbeitnehmer erklären, dass die Vorschläge der Arbeitgeber weder die gestiegene Arbeitsbelastung noch die Verantwortung widerspiegeln. Für viele Beschäftigte war dies ein klares Signal, dass ohne Druck keine Veränderungen zu erwarten sind. Die DPolG betont, dass die Haltung der TdL einer offenen Blockade gleichkommt.
Ein Vertreter der Gewerkschaft erklärte in einem Kommentar:
„Es entsteht der Eindruck, dass Wertschätzung für die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen schlichtweg keine Rolle spielt. Wir fordern keine Privilegien, sondern Gerechtigkeit.“
Experten für Arbeitsbeziehungen sehen Warnstreiks als klassisches Druckmittel im deutschen Tarifsystem. Laut dem Tarifexperten Markus Keller werden solche Aktionen häufig zum Wendepunkt, wenn Gespräche festgefahren sind.
Zentrale Forderungen der Streikenden
Die Forderungen der Gewerkschaft sind klar und unmissverständlich formuliert. Es geht dabei nicht nur um Grundgehälter, sondern auch um Zuschläge und Vergütungen für Auszubildende.
Bevor die Liste folgt, ist festzuhalten: Diese Forderungen spiegeln die steigenden Lebenshaltungskosten in Deutschland und die zunehmende Belastung der Sicherheitskräfte wider.
Die wichtigsten Forderungen im Überblick:
- Erhöhung der Tabellenentgelte um 7 %, mindestens jedoch um 300 Euro, für eine Laufzeit von 12 Monaten;
- Anhebung der Vergütung für Auszubildende, dual Studierende und Praktikanten um 200 Euro;
- Erhöhung der Zuschläge gemäß § 8 Absatz 1 TV-L um jeweils 20 Prozentpunkte.
Viele Polizeibeschäftigte schreiben in sozialen Netzwerken, dass der Beruf ohne diese Anpassungen für junge Menschen an Attraktivität verliert und der Personalmangel weiter zunehmen wird.
Ablauf des Warnstreiks in Berlin
Der Warnstreik betrifft verschiedene Beschäftigtengruppen und erstreckt sich unter Berücksichtigung der Nachtdienste über mehrere Tage. Dies ist sowohl für die Teilnehmenden als auch für die Bevölkerung der Stadt von Bedeutung.
Nach Angaben der Gewerkschaft ist eine Teilnahme am Streik auch in der Freizeit oder während von Pausen möglich — so soll die Wirkung der Aktion verstärkt werden.
Teilnahme nach Beschäftigtengruppen:
- Beschäftigte der Polizei Berlin — von Beginn der Nachtdienste am 14. Januar 2026 bis zum Ende der Nachtdienste am 16. Januar 2026;
- Beschäftigte der Berliner Ordnungsämter — von Beginn der Frühdienste am 15. Januar bis zum Ende der Spätdienste desselben Tages.
Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass selbst eine teilweise Reduzierung der Dienste spürbare Auswirkungen auf die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung haben kann.
Kundgebungen und Sammelpunkte: Orte und Zeiten
Höhepunkt des Tages werden zwei öffentliche Kundgebungen an zentralen Orten Berlins sein. Die Organisatoren rechnen mit einer großen Teilnehmerzahl.
| Teilnehmergruppe | Treffpunkt | Sammelzeit | Kundgebungszeit |
|---|---|---|---|
| Polizei | Bundesrat | 10:15 Uhr | 10:30–11:30 Uhr |
| Polizei und Ordnungsamt | Platz der Luftbrücke | 11:45 Uhr | 12:00–13:00 Uhr |
Die Teilnehmenden werden gebeten, in Dienstkleidung, jedoch ohne Waffe, zu erscheinen. Nach Angaben eines Organisators ist dies ein wichtiges Symbol: Der Protest ist zivil und nicht repressiv.
Parken und Mobilität am Streiktag
Für viele Berlinerinnen und Berliner stellt sich vor allem eine praktische Frage: Wie wirkt sich der Streik auf den Alltag aus? Offiziell wurde keine kostenfreie Parkregelung angekündigt, allerdings sind Bereiche mit eingeschränkter Kontrolle möglich.
Verkehrsexperten warnen davor, dass die Aktion zu mehreren Folgen führen kann:
- lokale Staus in zentralen Stadtteilen;
- Verzögerungen im öffentlichen Nahverkehr durch Streckenblockaden;
- Anpassungen im Betrieb von Taxis und Lieferdiensten.
Anwohner berichten aus früheren Aktionen und raten davon ab, auf Glück zu setzen, sondern empfehlen eine frühzeitige Routenplanung.

Empfehlungen für Streikende und Stadtbewohner
Organisatoren und städtische Fachleute sind sich einig: Gute Vorbereitung reduziert Stress für alle Beteiligten. Dies gilt sowohl für die Streikenden als auch für jene, die ihren normalen Tagesablauf planen.
Den Teilnehmenden wird geraten, die offiziellen Informationen der Gewerkschaft zu verfolgen und Disziplin zu wahren. Anwohner sollten Fahrpläne prüfen und mögliche Verkehrsbeschränkungen einkalkulieren. Autofahrern wird empfohlen, alternative Parkmöglichkeiten zu suchen oder kostenpflichtige Parkhäuser zu nutzen. Vor allem aber sollte zusätzliche Zeit für Wege eingeplant werden, selbst wenn die Strecke vertraut erscheint.
Berlin hat bereits Erfahrung mit solchen Tagen — und sie zeigt, dass Information das beste Mittel gegen Chaos ist.
Erinnern wir daran, früher haben wir berichtet: Was heute geschlossen ist und wo protestiert wird.
