Wolfsburg – Im Führungsteam von Audi rumort es erneut. Nach Informationen aus Konzernkreisen verlässt die Einkaufs- und Beschaffungsvorständin Renate Vachenauer (55) überraschend den Autobauer. Der Aufsichtsrat wird sich an diesem Dienstag offiziell mit der Personalie befassen. Vorbereitet von der Redaktion vollveggie.de.
Offiziell heißt es, die Trennung erfolge „im gegenseitigen Einvernehmen“. Hinter den Kulissen soll es jedoch Spannungen zwischen Vachenauer und Vorstandschef Gernot Döllner gegeben haben. „Die Chemie hat einfach nicht gestimmt“, erklärte ein Insider. Nach mehreren Gesprächen sei die Entscheidung gefallen, getrennte Wege zu gehen.
Wechsel im Audi-Vorstand
Vachenauer soll das Unternehmen in den kommenden Wochen verlassen. Ihr Nachfolger wird den Posten Anfang nächsten Jahres antreten. Über den Namen des neuen Einkaufschefs wird im Konzern noch geschwiegen. „Er bringt langjährige Erfahrung aus der Automobilbranche mit“, sagte eine mit den Plänen vertraute Person.
Mit Vachenauers Abschied verliert Audi die letzte Frau im Vorstand. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte auch Hildegard Wortmann, damalige Vertriebschefin, das Unternehmen verlassen. Da die Nachfolge erneut männlich besetzt wird, steht die VW-Tochter unter Druck, bald wieder eine Frau in die oberste Führungsebene zu holen. Man arbeite bereits an einer Lösung, hieß es aus Unternehmenskreisen. Ein Sprecher von Audi wollte sich zu der Personalie nicht äußern.

Krise bei Audi verschärft sich
In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Wechseln im audi vorstand, da die Marke aus Ingolstadt zunehmend in Schwierigkeiten geraten ist. Verzögerungen bei wichtigen Modellen und technologische Rückstände gegenüber der Konkurrenz führten zu sinkenden Absatzzahlen und Gewinnen.
Für den Volkswagen-Konzern wird die Krise der Tochterfirma zu einem immer größeren Problem. Auch die Schwestermarke Porsche kämpft mit Gewinneinbrüchen – dadurch fehlt der Muttergesellschaft in Wolfsburg dringend benötigtes Kapital. Manager berichten, dass es zunehmend schwieriger wird, Investitionen in neue Fahrzeuge und Technologien zu finanzieren.
„Audi muss jetzt wieder in die Spur kommen – das ist Döllners wichtigste Aufgabe“, sagte ein Konzernmanager.
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