Die Ukraine und Schweden haben ein historisches Memorandum über den Kauf von Mehrzweckkampfflugzeugen vom Typ JAS 39 Gripen unterzeichnet. Das Abkommen sieht die Lieferung von 100 bis 150 Jets der vierten Generation vor, die vom Unternehmen Saab produziert werden. Die Vereinbarung wurde am 22. Oktober in Linköping während des Besuchs von Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnet. Schwedens Premierminister Ulf Kristersson bezeichnete den Vertrag als den größten Exportauftrag in der Geschichte der schwedischen Luftfahrtindustrie. Vorbereitet von der Redaktion vollveggie.de.
Die Produktion der neuen Version Gripen E steht erst am Anfang, daher werden die ersten Lieferungen frühestens in drei Jahren erwartet. Das Programm soll in mehreren Phasen umgesetzt werden, und die vollständige Lieferung könnte zwischen zehn und fünfzehn Jahren dauern.

Der Stückpreis eines Flugzeugs liegt – je nach Ausstattung, Bewaffnung und Wartungspaket – zwischen 85 und 100 Millionen US-Dollar. Damit könnte der Gesamtwert des Vertrags mehrere Milliarden betragen. Die Ukraine plant außerdem eine industrielle Zusammenarbeit mit Saab, um einige Komponenten künftig selbst zu fertigen.
Präsident Selenskyj betonte, dass die Gripen-Jets der ukrainischen Luftwaffe ein neues Niveau an Beweglichkeit, Flexibilität und Einsatzfähigkeit verschaffen werden – auch von kurzen Start- und Landebahnen aus. Ukrainische Piloten und Techniker trainieren bereits an Gripen-Simulatoren, um sich frühzeitig auf den Einsatz vorzubereiten.
Zum Vergleich: Deutschland verfügt derzeit über rund 140 Kampfjets, darunter Eurofighter Typhoon und Tornado-Maschinen, die teilweise modernisiert werden. Während Deutschland selbst keine Gripen einsetzt, gilt das Modell in der NATO als kosteneffiziente Alternative für Länder mit kleinerer Luftflotte.
Technische Daten des JAS 39 Gripen E:
- Version: Gripen E (vierte Generation +)
- Radar: AESA Raven ES-05
- Höchstgeschwindigkeit: bis zu 2200 km/h
- Reichweite: bis zu 4000 km (mit Zusatztanks)
- Bewaffnung: Luft-Luft-Raketen Meteor (Reichweite über 100 km)
- Start von kurzen Pisten (ab 800 m Länge) möglich
- Betriebskosten: nahezu halb so hoch wie bei F-16 oder Rafale

Saab hat bestätigt, dass die Ukraine nicht nur Flugzeuge, sondern auch Schulungstechnologien, technische Unterlagen und logistische Unterstützung erhalten wird. Die ersten praktischen Trainings für Piloten und Techniker sollen 2026 beginnen.
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