Kurz vor dem Jahreswechsel steht vielen Menschen in Essen ein echter Kosten-Schock bevor. Die Stadt kündigt an, dass Patienten ab Januar erstmals einen Eigenanteil für Rettungsfahrten zahlen müssen – und der fällt mit mehreren hundert Euro pro Einsatz deutlich ins Gewicht. Hintergrund ist ein eskalierter Streit mit den Krankenkassen über die Abrechnung des Rettungsdienstes. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion unter Bezugnahme auf .bild.de.
Bislang lief alles unkompliziert: Die Stadt stellte die Kosten direkt den gesetzlichen Krankenkassen in Rechnung, die diese vollständig übernahmen. Doch nun sorgen steigende Ausgaben im Rettungsdienst und der Vorwurf unnötiger Einsätze für Konflikte. Laut Stadt Essen bleiben der Kommune immer häufiger Kosten sitzen, weil sich die Kassen weigern, bestimmte Fahrten zu finanzieren.
Streit eskaliert – Patienten sollen nun selbst zahlen
Stadt und Krankenkassen konnten sich nicht auf eine neue Regelung einigen. Die Konsequenz beschreibt Essen in einer Mitteilung so: „Die Krankenkassen werden ab 2026 die Kosten für einen Transport durch den Rettungsdienst der Stadt Essen nicht mehr in voller Höhe übernehmen – mit der Konsequenz, dass betroffene Bürger und Bürgerinnen künftig die Differenz zahlen müssen.“
Und diese Differenz ist erheblich. Aus internen Unterlagen, die BILD einsehen konnte, geht hervor: Für einen einfachen Krankentransport werden rund 67 Euro fällig, für eine Fahrt im Rettungswagen schätzt die Stadt den Eigenanteil auf rund 267 Euro pro Patient. Ordnungsdezernent Christian Kromberg hätte den Bürgern diese Belastung gern erspart, sieht jedoch keine Alternative: „Mir bleibt im Moment keine andere Möglichkeit, als das auf die Bürger abzuwälzen“, sagt er der „WAZ“.

Angespannte Finanzen verschärfen die Lage
Wie aus dem Rathaus zu hören ist, spielt auch die schwierige Haushaltslage eine Rolle. Die Sozialausgaben steigen seit Jahren steil an und drücken Essen immer weiter ins Defizit. Oberbürgermeister Thomas Kufen warnte bereits zuvor in BILD: „Wir müssen uns fragen: Was wollen wir uns leisten und was können wir uns noch leisten?“
Der Konflikt betrifft nicht nur Essen. Auch im Ennepe-Ruhr-Kreis prüft man, ob Versicherte künftig an Rettungskosten beteiligt werden müssen, weil ebenfalls Streit mit den Kassen besteht.
Beim Verband der Ersatzkassen (Vdek) sieht man den Essener Vorstoß kritisch. Eine Kostenabwälzung auf Patienten sei rechtlich nicht vorgesehen und zudem sachlich nicht gerechtfertigt. Forderungen an Einzelpersonen hätten „keine Legitimation“, heißt es auf Anfrage.
Erinnern wir daran, früher haben wir berichtet: Panagiota Petridou erlebt Feuerdrama im Kinderzimmer.
