In München ist im Alter von 54 Jahren Ihor Suchomlyn gestorben – einer der bekanntesten und talentiertesten ukrainischen Gastronomen, dessen Projekte die Restaurantkultur seines Landes auf europäisches Niveau brachten. Sein Tod ist ein großer Verlust nicht nur für die ukrainische Gastronomie, sondern auch für die europäische Szene insgesamt. Vorbereitet von der Redaktion vollveggie.de.
Wer er war: Vom bescheidenen Anfang bis zur europäischen Anerkennung
Ihor Suchomlyn wurde 1972 in Tschernihiw geboren. Wie viele in den 1990er Jahren begann er mit einfachen Tätigkeiten – als Hausmeister, Wachmann und Dreher, später spielte er im Jugendtheater. Diese Zeit, sagte er später, habe ihn gelehrt, Menschen und Räume zu verstehen – eine Fähigkeit, die man in all seinen Restaurants spüren konnte.
Nach einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium und einem MBA gründete er ein Werbeunternehmen, das er 2002 nach Kiew verlegte. Mitte der 2000er Jahre entdeckte er schließlich seine wahre Leidenschaft – die Gastronomie. 2007 eröffnete er das Restaurant „Velur“, das zu einem Symbol einer neuen kulinarischen Ära in Kiew wurde. Bald folgten die Cafés „Chashka“, das georgische Lokal „Buba“, die ukrainische Kette „Baluvana Galya“, die Pubs Varenik’s und weitere Projekte.
Seine Lokale hatten eines gemeinsam: Seele, Stil und das Gefühl, willkommen zu sein. Suchomlyn schuf nicht einfach Restaurants – er formte Orte, an denen Menschen gerne blieben.
Was er tat: Marken mit Charakter geschaffen
Ihor Suchomlyn war weit mehr als ein Unternehmer – er war Ideengeber einer neuen ukrainischen Restaurantkultur. Seine Lokale erschienen in Kiew, Tschernihiw, Tscherkassy, Lwiw und Schytomyr. Er beteiligte sich persönlich an der Konzeption, der Einrichtung, der Speisekarte und der Schulung des Personals.

Seine Restaurants zeichneten sich durch Liebe zum Detail und echte Gastfreundschaft aus. In den Cafés „Chashka“ etablierte sich die moderne Kaffeekultur, während „Baluvana Galya“ die traditionelle ukrainische Küche in ein zeitgemäßes Format brachte. Er bewies, dass nationale Küche stilvoll, leicht und urban sein kann – ohne ihre Identität zu verlieren.
Womit er in Erinnerung bleibt: Ukrainische Seele im Herzen Europas
Sein größtes internationales Projekt war Mimosa Brooklyn Pizza, das er im Frühjahr 2025 im Zentrum von Warschau eröffnete – gemeinsam mit seinem langjährigen Partner Valerij Halperin. Das Restaurant brachte den Geist des modernen Kiews in die polnische Hauptstadt – kreativ, offen, lebendig.
Mimosa Brooklyn Pizza wurde rasch zu einem Kultort – sowohl für in Polen lebende Ukrainer als auch für Polen, die die ukrainische Küche neu entdeckten. Das Interieur im New Yorker Stil, entspannte Atmosphäre und hochwertige Küche machten das Lokal zu einem Symbol der neuen ukrainischen Gastronomie in Europa.
Viele Branchenexperten nannten Suchomlyn denjenigen, der als Erster das Potenzial der ukrainischen Kulinarik im europäischen Kontext erkannte.
Warum man ihn ein Genie nannte
Kollegen bezeichneten ihn als Visionär – einen, der dem Markt stets einen Schritt voraus war. Er hatte ein untrügliches Gespür für Trends und verstand es, Projekte zu schaffen, die zum Maßstab wurden. Sein Credo lautete: „Die Menschen kommen nicht nur zum Essen, sondern wegen der Atmosphäre.“
Er erkannte früh, dass Gastronomie eine Form kultureller Diplomatie sein kann. Dank solcher Marken wie „Baluvana Galya“ und Mimosa Brooklyn Pizza erhielt die ukrainische Küche ein modernes, internationales Gesicht.

Was er hinterließ
Nach seinem Tod teilten Freunde, Kollegen und Gäste zahlreiche Erinnerungen. Его bezeichneten ihn als einen Mann mit Geschmack, Humor und einer seltenen Gabe, Menschen zu verbinden. Seine Lokale arbeiten weiter, seine Ideen leben fort.
Ihor Suchomlyn hinterließ mehr als ein erfolgreiches Unternehmen – er hinterließ eine ganze Ära. Eine Ära von Restaurants mit Charakter und Seele. Er zeigte, dass die ukrainische Gastronomie europäisch klingen kann, ohne ihre Wurzeln zu verlieren.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Benko-Prozess: Zwei Jahre Haft für den einstigen Immobilien-Milliardär.
