Im Jahr 2024 heirateten Polen und Ukrainerinnen so oft wie noch nie zuvor. Nach Angaben des Statistischen Hauptamtes (GUS) wurden 5359 Ehen zwischen Bürgern Polens und der Ukraine geschlossen, davon entfielen 2556 auf Paare bestehend aus einem Polen und einer Ukrainerin. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 waren es 2213 solcher Verbindungen, 2015 lediglich 715. Dies berichtete Polskie Radio dla Ukrainy unter Berufung auf aktuelle GUS-Daten. Vorbereitet von der Redaktion vollveggie.de.
Die Mehrheit dieser Ehen betrifft polnische Männer und ukrainische Frauen – 2021 Fälle wurden im Jahr 2024 registriert. Polinnen heirateten Ukrainer deutlich seltener – nur in 535 Fällen.
Experten betonen, dass der Anstieg solcher Ehen auf mehrere Faktoren zurückzuführen ist. Seit 2022 sind Millionen Ukrainerinnen infolge des Krieges nach Polen gezogen. Viele von ihnen fanden Arbeit, lernten die Sprache und bauten sich ein neues Leben auf. In dieser Situation wird die Ehe oft zu einem natürlichen Schritt im Integrationsprozess.
Demografen verweisen außerdem auf rechtliche Aspekte. Das polnische Recht erleichtert die Eheschließung mit Ausländern, und eine offizielle Ehe kann den Weg zu einem legalen Aufenthalt oder sogar zur Staatsbürgerschaft ebnen. Auch das trägt zum Anstieg der Ehen bei.
Das Phänomen hat zudem soziale Auswirkungen. Nach Angaben des Instituts für Demografie verändert die wachsende Zahl polnisch-ukrainischer Ehen die ethnische Struktur Polens. Ukrainer gehören heute zu den größten Minderheiten des Landes, und immer mehr Kinder wachsen in Familien mit doppelter Identität auf. Dies fördert gegenseitiges Verständnis und stärkt die Beziehungen zwischen beiden Nationen.
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