Die laufende Vierschanzentournee sorgt in diesem Winter nicht nur sportlich für Schlagzeilen, sondern auch wegen eines klaren Kurswechsels bei den Kontrollen. Mit Timi Zajc wurde erstmals in der Geschichte des prestigeträchtigen Wettbewerbs ein Topspringer nach einem Podestplatz disqualifiziert. Beim zweiten Springen folgte der nächste Knall: Wieder war der Anzug des Slowenen zu groß, erneut griff die Jury durch. Dieses Mal bedeutete das sogar das Aus für Zajc in der restlichen Tournee. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Sven Hannawald, der 2002 als bislang einziger Athlet alle vier Springen der Vierschanzentournee gewann, begrüßt das harte Durchgreifen der FIS ausdrücklich. „Es liegt jetzt bei der FIS, sie müssen strikt bleiben, sie müssen weiter alle rausschmeißen, bis der letzte Kopf merkt, dass das Bescheißen jetzt vorbei ist“, sagte Hannawald als Sportschau-Experte. Für ihn sei klar, dass nur Konsequenz langfristig für Fairness sorgen könne.
Kritik an Zajcs Verhalten
Besonders deutlich wird Sven Hannawald, wenn es um die Reaktion von Timi Zajc auf die erste Disqualifikation geht. „Dieses Arrogante, dieses Respektlose, dieses Ignorante – einfach den gleichen Anzug wieder zu nehmen und sich dann auch noch auf Instagram darüber lustig zu machen, das muss jetzt vorbei sein“, sagte der frühere Ausnahme-Springer. In Oberstdorf war Zajcs Anzug drei Millimeter zu groß, in Garmisch-Partenkirchen sogar vier. Nach zwei Verstößen in Folge sah die Jury die Rote Karte.
Das slowenische Team lieferte anschließend eine eher ungewöhnliche Erklärung für die Regelverstöße, konnte die Entscheidung der Kontrolleure jedoch nicht entkräften. Hannawald betont, dass genau solche Fälle zeigen würden, warum strengere Regeln nötig seien. Irgendwann müssten auch die letzten Athleten begreifen, dass man eine Saison nicht mit Gelben und Roten Karten übersteht.

Strengere Kontrollen als Reaktion auf WM-Skandal
Die verschärften Materialkontrollen bei der Vierschanzentournee und im Weltcup sind eine direkte Folge des Anzugskandals bei der Weltmeisterschaft in Trondheim im März 2025. Damals wurden mehrere norwegische Springer überführt. Der neue Chefkontrolleur der FIS, Mathias Hafele, kündigte daraufhin an, die Überprüfungen dauerhaft zu verschärfen. Die aktuellen Disqualifikationen zeigen, dass diese Linie nun konsequent umgesetzt wird.
Neben der Materialdebatte sprach Sven Hannawald auch über die sportliche Lage der Tournee. Für Überflieger Domen Prevc sei der Gesamtsieg kaum noch zu nehmen. Dem deutschen Duo Felix Hoffmann und Philipp Raimund traut Hannawald hingegen jeweils einen Podestplatz zum Abschluss zu. Für ihn bleibt klar: Nur mit fairen Bedingungen könne sportliche Leistung wirklich zählen.
Erinnern wir daran, früher haben wir berichtet: Vermisst in der Wetterau: Polizei sucht 32-jährige Frau aus Butzbach.
