Deutschland startet in eine neue Tarifrunde, und die Gewerkschaften gehen mit klaren und harten Forderungen hinein. Verdi – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, der große Zusammenschluss der Beschäftigten des Dienstleistungssektors – verlangt gemeinsam mit dem dbb eine Erhöhung der Löhne im öffentlichen Dienst um mindestens sieben Prozent, jedoch nicht weniger als 300 Euro pro Monat. Gewerkschaftsvertreter warnen, dass das System an seine Grenzen stößt: Es fehlt an Fachkräften, die Belastung steigt, und die Konkurrenz mit der Privatwirtschaft macht die Lage noch schwieriger. Verdi-Chef Frank Werneke betont, die Beschäftigten „erwarten ein klares Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung“. Die Verhandlungen beginnen am 3. Dezember, und bereits jetzt ist klar, dass sie schwierig werden. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Warum Verdi auf höhere Einkommen besteht
Die Gewerkschaften fordern nicht nur höhere Tabellenentgelte. Verdi und dbb verlangen eine Anhebung aller Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte und eine Laufzeit des neuen Tarifvertrags von nur zwölf Monaten. Besonders im Fokus steht der Nachwuchs: Für Auszubildende sollen die Vergütungen um 200 Euro steigen, außerdem wird eine unbefristete Übernahme nach Abschluss der Ausbildung gefordert. Laut den Gewerkschaften ist der Personalmangel dramatisch: Nach Einschätzung des dbb sprechen die Zahlen von Hunderttausenden unbesetzten Stellen im öffentlichen Dienst.
Werneke verweist darauf, dass die Länder finanzielle Spielräume hätten – unter anderem durch die jüngste Steuerschätzung. „Das muss sich auch in den Gehältern zeigen“, sagt er. Zudem dürften die Löhne im öffentlichen Dienst nicht auseinanderdriften, weder zwischen Bund, Kommunen und Ländern noch zwischen Ost und West. In ostdeutschen Universitätskliniken und Behörden seien Beschäftigte weiterhin benachteiligt, etwa bei Kündigungsschutz und Arbeitszeiten. „35 Jahre nach der Wiedervereinigung ist es überfällig, gleiche Bedingungen zu schaffen“, betont Werneke.

Was Verdi und der dbb von den kommenden Verhandlungen erwarten
Der Personalmangel ist in allen Bereichen sichtbar – von Steuerbehörden und Straßenmeistereien bis zu Kitas, Schulen und Kliniken. Laut dbb sind inzwischen 73 Prozent der Bevölkerung der Meinung, dass der Staat überlastet sei oder seine Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen könne. „Ohne einen starken öffentlichen Dienst lassen sich weder Infrastruktur noch Digitalisierung verbessern“, warnt dbb-Chef Volker Geyer. Besonders kritisch sieht er die Ankündigung der bayerischen Landesregierung, das Tarifergebnis erst mit sechsmonatiger Verzögerung auf Beamte zu übertragen. Das sei „das völlig falsche Signal“ und eindeutig demotivierend.
Insgesamt betrifft die Tarifrunde rund 3,5 Millionen Menschen: etwa 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte der Länder, 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte sowie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger. Die Verhandlungen sind auf drei Runden verteilt: am 3. Dezember, am 15./16. Januar und vom 11. bis 13. Februar. Die Gewerkschaften betonen, dass ohne eine deutliche Gehaltserhöhung die Modernisierung des Landes gefährdet sei – zu wenig Personal, zu viel Verantwortung und zu große Lücken im System.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Junger Fahrer stürzt mit VW in die Blies – nächtlicher Crash endet im eiskalten Wasser.
