Paläontologen haben eine der beeindruckendsten Entdeckungen der letzten Jahre gemacht. Im bolivianischen Nationalpark Torotoro fanden sie Tausende Spuren fleischfressender Dinosaurier, die einst entlang einer urzeitlichen Küstenlinie unterwegs waren. Forschende gehen davon aus, dass dieses Gebiet eine echte „Dino-Autobahn“ war – ein stark frequentierter Pfad, den Tiere unterschiedlicher Größe über lange Zeiträume nutzten. Solche natürlichen „Routen“ geben heute Einblicke in das Leben vor Millionen Jahren, nicht durch Knochen, sondern durch festgehaltene Bewegungen im weichen Sediment. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion unter Bezugnahme auf cnn.com.
An der Fundstelle Carreras Pampa zählten die Wissenschaftler über 16.600 Spuren von Theropoden – dreizehigen, zweibeinigen Raubdinosauriern, deren Lebensweise teilweise an Tyrannosaurier erinnert. Viele Abdrücke bilden lange Spurfolgen, wodurch sich Geschwindigkeit, Laufrichtung, Wendemanöver und sogar Ausrutscher rekonstruieren lassen. Laut den Forschern handelt es sich um die weltweit größte Ansammlung sowohl klassischer Fußspuren als auch Schwimmspuren, womit die Fundstätte mehrere Rekorde gleichzeitig bricht.
Wie die urzeitliche „Dino-Autobahn“ entstand
Die Untersuchungen zeigen, dass die Spurfolgen überwiegend von Nordwest nach Südost verlaufen. Dieses Muster entspricht dem Verlauf einer alten Küstenlinie, an der sich flache Wasserzonen befanden. Theropoden bewegten sich durch tiefen, feuchten Schlamm: Einige gingen gemächlich, andere beschleunigten und hinterließen energischere Abdrücke. Mehr als 1300 Spuren dokumentieren eindeutige Schwimmbewegungen – das Tier stieß sich mit der langen mittleren Zehe ab und hinterließ eine markante Furche, während die übrigen Zehen nur schwache Abdrücke erzeugten.

In manchen Spurfolgen sind auch Schleifspuren von Schwänzen erkennbar, was in fossilen Funden äußerst selten ist. Die stark variierenden Abdruckgrößen deuten auf mehrere Arten oder verschiedene Altersstufen hin. Die kleinsten Spuren – unter 10 Zentimeter – könnten von jungen Tieren oder kleinen Arten wie Coelophysis stammen. Größere Abdrücke über 30 Zentimeter wurden wahrscheinlich von Dinosauriern hinterlassen, die Dilophosaurus oder Allosaurus ähneln. Die größten Spuren über 40 Zentimeter könnten zu Gigantosaurus oder anderen großen Raubdinosauriern gehören.
Warum dieser Fund das Verständnis urzeitlicher Räuber verändert
Obwohl Carreras Pampa bereits seit den 1980er-Jahren bekannt war, wurde das Areal erst jetzt umfassend wissenschaftlich untersucht. Die Forschenden räumten Sedimente ab, dokumentierten über tausend Spurfolgen und analysierten Form und Tiefe der Abdrücke. Die Ergebnisse zeigen, dass Theropoden das Gebiet intensiv und wiederholt nutzten – obwohl Raubtiere normalerweise nicht in großen Gruppen wandern.
Die Wissenschaftler vermuten, dass dieser Abschnitt Teil eines größeren Netzwerks prähistorischer Routen war, das Gebiete des heutigen Boliviens, Perus und Argentiniens verband. Parallel verlaufende Spuren könnten sogar auf Gruppenbewegungen kleinerer Dinosaurier hinweisen. Bemerkenswert ist auch, dass viele Fundstätten weltweit von Sauropoden dominiert werden – gigantischen Pflanzenfressern. Doch hier stammen fast alle Spuren von Theropoden, was den Ort einzigartig macht.
Paläontologen betonen, dass Spuren wesentlich mehr verraten als fossile Knochen. „Ein Skelett zeigt, was ein Tier tun konnte, aber Spuren zeigen, was es wirklich getan hat“, erklären die Forschenden. Abdrücke halten Schritte, Geschwindigkeit, Körperhaltung und manchmal sogar spontane Bewegungen fest. Vor allem aber zeigen sie, wo genau das Tier lebte – denn Knochen können nach dem Tod weit transportiert worden sein.

Heute gilt Carreras Pampa offiziell als die Fundstätte mit den meisten zusammenhängenden Dinosaurierspuren und den meisten erhaltenen Schwimmspuren weltweit. Die Forschenden sind überzeugt, dass unter weiteren Sedimentschichten noch Tausende Abdrücke verborgen liegen. Bolivien war schon zuvor für seine außergewöhnlich reichen Spurfundstellen bekannt, doch dieser Fund setzt neue Maßstäbe.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Danny DeVito sorgt für Überraschungsmoment im „ManningCast“ – und wird zum Highlight des Abends.
