In München sorgt ein neuer Trend unter Schülern für Aufsehen – und eine Schule hat bereits darauf reagiert. Geschmackvolle Zahnstocher, auch mit Nikotin, haben sich bei Jugendlichen verbreitet. Nun gibt es ein Verbot an der Carl-Linde-Realschule. Der Trend wurde erstmal im Mai durch ein Video bekannt, als der Schauspieler Ryan Reynolds (49) einen geschmackvollen Zahnstocher probierte und begeistert war: „Wow, Dein Zahnstocher ist fantastisch“, lobte der Hollywoodstar. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Vom Trend zum Problem
Was als harmloses Experiment begann, entwickelte sich schnell zu einem Problem. „Einige Lehrkräfte haben mich darauf hingewiesen, dass immer mehr Schüler, besonders aus den Klassen 7 und 8, mit Zahnstochern im Mundwinkel in der Klasse sitzen – wie kleine Cowboys“, berichtete Harald Kraus, kommissarischer Schulleiter der Carl-Linde-Realschule, im Bayerischen Rundfunk. Schüler tauschen nun Kaufempfehlungen und Geschmacksrichtungen auf TikTok aus.
Gefährliche Zahnstocher mit Nikotin
Die Schule reagierte schnell und warnte die Eltern mit einem Schreiben, das der BILD vorliegt. „Was auf den ersten Blick wie eine harmlose Modeerscheinung wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als problematisch: Es gibt mittlerweile Zahnstocher, die mit Nikotin oder Geschmacksstoffen getränkt sind“, erklärte Kraus.
Gesundheitsexperten schätzen, dass ein Zahnstocher zwischen 2 und 6 Milligramm Nikotin enthalten kann – eine Zigarette enthält durchschnittlich 10 bis 12 Milligramm. Der Einsatz dieser Zahnstocher hat sich mittlerweile vom Entwöhnungsprodukt zum Konsumprodukt entwickelt. Lehrer können oft nicht mehr erkennen, ob der Zahnstocher mit oder ohne Nikotin versetzt ist.
Schulleiter verbietet Zahnstocher in der Schule
Kraus äußerte sich klar: „Da der Konsum von nikotinhaltigen Produkten für unsere Schüler nicht erlaubt ist und gesundheitlich absolut schädlich ist, mache ich von unserem Hausrecht Gebrauch. Ab sofort ist das Mitbringen und Benutzen jeglicher Zahnstocher in der Schule untersagt.“ Das Verbot gilt für alle Zahnstocher, ob mit oder ohne Nikotin.
Lehrer sind nun auch angehalten, das Verbot in den Pausen zu überprüfen. Kraus fügte hinzu: „Suchtmittel haben an unserer Schule nichts zu suchen, das gilt auch für Nikotinzahnstocher. Daher habe ich diese Produkte auf dem Schulgelände verboten – auch, um eine Ausweitung des Trends zu verhindern.“

Unterstützung durch Lehrerverbände
Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnen-Verbandes (BLLV), unterstützt das Verbot: „Wir als Verband empfehlen betroffenen Schulen, ein grundsätzliches Verbot auszusprechen. Schule ist ein Schutzraum. Da müssen wir auch gemeinsam mit den Eltern an einem Strang ziehen.“
Erinnern wir daran, früher haben wir berichtet: Überfall auf Geldtransporter in Filderstadt: Explosionen erschüttern den Morgen.
