Im Jahr 2025 kehrt die Kultreihe Tron auf die Leinwand zurück – und sorgt sofort für heftige Diskussionen unter Kritikern und Fans. Der Film Tron: Ares, der im Oktober Premiere feierte, gilt als einer der visuell ehrgeizigsten Disney-Projekte der letzten Jahre. Regisseur Joachim Rønning wagt keinen bloßen Nachfolger, sondern einen stilvollen Neustart des digitalen Universums, in dem sich Realität und Virtualität gefährlich nahekommen. Wie The Verge und The Guardian betonen, waren die Erwartungen riesig – doch konnte Ares sie wirklich erfüllen? Vorbereitet von der Redaktion vollveggie.de.
Trailer des Films Tron: Ares
Visuelle Wucht und Ästhetik der Zukunft
Das Erste, was ins Auge fällt, ist das Bild. Tron: Ares blendet mit Neon, Glas und einer bis ins Detail komponierten Bildsprache. Auf der Ebene der visuellen Effekte ist der Film schlicht atemberaubend – darin sind sich fast alle Kritiker einig. AP News und The Daily Beast sprechen von einem „elektrischen Fest aus CGI und Musik“, während PopcornNews rät, den Film ausschließlich im IMAX zu sehen. Doch unter dieser makellosen Oberfläche vermissen viele die emotionale Tiefe – Handlung und Dialoge können mit der visuellen Kraft nicht immer mithalten.
Handlung: Zwischen Philosophie und Leere
Die Geschichte von Tron: Ares setzt das Thema des digitalen Bewusstseins fort, allerdings – so The Guardian – „zu direkt und zu offensichtlich“. Hauptfigur Ares, gespielt von Jared Leto, ist eine künstliche Intelligenz, die ein eigenes Bewusstsein entwickelt und den Sinn menschlicher Existenz begreifen will. Gillian Anderson als Schöpferin des Systems verleiht dem Film eine intellektuelle Note, doch selbst ihre Präsenz kann die Schwächen des Drehbuchs kaum verbergen. Viele Kritiker bemängeln, dass der Plot flach bleibt – zu vorhersehbar für eine Reihe, die einst für Innovation stand.

Musik von Nine Inch Nails – der dunkle Puls der Matrix
Der Soundtrack von Nine Inch Nails spaltet die Meinungen. Pitchfork beschreibt ihn als kühl und distanziert, während Rolling Stone das Duo Trent Reznor und Atticus Ross für seine „elegante Balance zwischen Abstraktion und Aggression“ lobt. Im Vergleich zum ikonischen Daft-Punk-Soundtrack aus Tron: Legacy klingt die Musik von Ares düsterer, industrieller, emotional kälter – weniger Melodie, mehr Atmosphäre. Sie spiegelt den inneren Konflikt der digitalen Welt perfekt wider.
Zuschauerreaktionen: Faszination und Frustration
Auf Reddit und Letterboxd herrscht eine seltene Meinungsvielfalt. Einige nennen Ares „eine visuelle Symphonie“, andere „ein leeres Feuerwerk“. „Ich kam wegen der Ästhetik – und bekam sie“, schreibt ein Nutzer, „doch das Herz des Films ging irgendwo zwischen den Renderings verloren.“ Auch in Deutschland teilen viele diese Meinung: Tron: Ares begeistert als Spektakel, aber emotional bleibt er kühl.
Vergleich mit früheren Teilen
Wenn Tron: Legacy (2010) eine glatte Zukunftsvision war, dann ist Ares ein cyberpunkiger Albtraum. Weniger Glanz, mehr Philosophie – aber auch weniger Energie. Kritiker von Cinemablend sehen in Disneys Ansatz eines „Soft-Reboots“ eine logische Entscheidung, andere warnen, dass die Reihe ohne neue Ideen zu einem schönen, aber toten Relikt der CGI-Ära werden könnte.

Fazit
Tron: Ares ist kein perfekter Film, aber ein Ereignis. Er fasziniert, irritiert und provoziert – und vielleicht ist das sein größter Triumph. In einer Welt, in der alles sofort konsumiert und vergessen wird, ist ein Film, über den man noch spricht, schon ein kleiner Sieg.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Rezension zu Battlefield 6: Erscheinungsdatum, Gameplay und Vergleich.
