Am 9. Januar 2026 starb Hans Herrmann, eine der größten Persönlichkeiten des Motorsports und eine Schlüsselfigur in der Geschichte von Porsche. Er wurde 97 Jahre alt. Die Nachricht bestätigte die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG und sprach von einem schweren Verlust für das gesamte Unternehmen. Denn Herrmann war nicht nur ein ehemaliger Rennfahrer. Vielmehr prägte er über Jahrzehnte das sportliche Selbstverständnis der Marke. Für viele Fans stand Hans Herrmann für Mut, Präzision und außergewöhnliche Ausdauer. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion. Die Bilder wurden von der Website verwendet newsroom.porsche.com.
Während seiner Karriere feierte Hans Herrmann mehr als 80 Gesamt- und Klassensiege. Die meisten davon erzielte er im Cockpit eines Porsche. Er startete in Le Mans, bei der Mille Miglia, der Targa Florio und der Carrera Panamericana. Außerdem nahm er an zahlreichen Bergrennen in Europa teil. Parallel dazu arbeitete er intensiv als Testfahrer im Entwicklungszentrum Weissach. Dadurch trug er entscheidend zur Weiterentwicklung vieler Renn- und Serienfahrzeuge bei.
Vom Konditor zum Werksrennfahrer
Hans Herrmann wurde am 23. Februar 1928 in Stuttgart geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg lernte er zunächst den Beruf des Konditors. Eigentlich wollte er später das Café seiner Mutter übernehmen. Doch seine Leidenschaft für Autos setzte sich durch. Bereits 1952 gewann er sein erstes Rundstreckenrennen auf dem Nürburgring in einem Porsche 356. Schon ein Jahr später folgten der Klassensieg bei den 24 Stunden von Le Mans und der Titel des Deutschen Sportwagenmeisters.
Diese frühen Erfolge öffneten ihm viele Türen. Mitte der 1950er-Jahre holte ihn Mercedes-Benz ins Werksteam. Dort fuhr er an der Seite von Juan Manuel Fangio und Stirling Moss. Gleichzeitig blieb Porsche ein ständiger Begleiter seiner Laufbahn. Immer wieder kehrte Herrmann zur Marke zurück und sammelte weitere Siege. So festigte er seinen Ruf als verlässlicher und intelligenter Rennfahrer.
„Hans im Glück“ und eine gefährliche Zeit
Besonders bekannt wurde Hans Herrmann durch seinen Unfall auf der Berliner AVUS im Jahr 1959. Wegen eines defekten Bremsschlauchs verlor er die Kontrolle über sein Auto. Der Wagen prallte in Strohballen, hob ab und zerbrach. Herrmann wurde aus dem Cockpit geschleudert, überlebte jedoch. Fotos dieses Moments gingen um die Welt und brachten ihm den Spitznamen „Hans im Glück“ ein.
Später erklärte Herrmann immer wieder, dass nicht nur Glück entscheidend gewesen sei. Er lenkte das Auto bewusst so, dass die Gefahr für die Zuschauer möglichst gering blieb. Auch andere Episoden zeigen seine Nervenstärke. So raste er 1954 bei der Mille Miglia mit Beifahrer Herbert Linge unter einer sich schließenden Bahnschranke hindurch. Rückblickend kommentierte er diesen Moment trocken mit den Worten: „Glück muss man haben.“

Der größte Triumph und der Abschied
Den Höhepunkt seiner Karriere erlebte Hans Herrmann 1970. Gemeinsam mit Richard Attwood gewann er die 24 Stunden von Le Mans im Porsche 917. Damit sicherte er Porsche den ersten Gesamtsieg bei diesem legendären Rennen. Dieser Erfolg veränderte die Stellung der Marke im Langstreckensport nachhaltig. Für Herrmann selbst hatte der Sieg eine besondere Bedeutung.
Nach Le Mans beendete er seine aktive Laufbahn im Alter von 42 Jahren. Dieses Versprechen hatte er seiner Frau gegeben. Dennoch blieb er Porsche eng verbunden. Er nahm an historischen Veranstaltungen teil und unterstützte das Porsche Museum bei zahlreichen Auftritten. Bis ins hohe Alter galt er als einer der letzten Zeitzeugen der frühen Motorsportjahre.
Hans Herrmann hinterlässt seine Frau Magdalena, zwei Söhne und einen Enkel. Sein Leben steht für außergewöhnlichen Mut, technisches Verständnis und bemerkenswerte Konstanz.
Erinnern wir daran, früher haben wir berichtet: „The Wire“-Star Isiah Whitlock ist tot: Schauspieler stirbt mit 71 Jahren.
