Skisprung-Legende Sven Hannawald hat überraschend deutliche Worte an den norwegischen Weltmeister Marius Lindvik gerichtet. Der ehemalige Top-Athlet findet, Lindvik solle ernsthaft darüber nachdenken, seinen im März gewonnenen WM-Titel zurückzugeben. „Wenn ich als Lindvik die Medaille sehen würde – ich würde nur den Kack sehen. Klar, er wird sie behalten, aber ich glaube, ich würde sie abgeben. Was willst du denn damit?“, sagte der 51-jährige ARD-Experte beim Weltcup-Auftakt in Lillehammer. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Hintergrund: Lindvik hatte im Februar WM-Gold von der Normalschanze gewonnen – vor Andreas Wellinger, der Silber holte. Doch nur eine Woche später wurde der Norweger nach dem Wettkampf von der Großschanze disqualifiziert. Ein heimlich aufgenommenes Video belegte Manipulationen an seinem Anzug. „Der WM-Titel steht noch. Wenn ich aktiv wäre, ich wäre da vom Allerfeinsten durchgedreht“, erklärte Hannawald.
Lindvik selbst wurde nie eine direkte Beteiligung am Manipulationsvorgang nachgewiesen. Trotzdem erhielt er später eine dreimonatige Sperre – allerdings ausgerechnet im Sommer, weit weg von der Weltcup-Saison. Für Hannawald ein Fehler: „Die Sperre war im Sommer – was keinen interessiert. Die Sperre jetzt wäre das Richtige.“
Trotz seiner Kritik sieht der ehemalige Vierschanzentournee-Sieger auch positive Entwicklungen. Die jüngst verschärften Regeln gegen Materialtricksereien hätten Wirkung gezeigt. „Sie haben einen Weg gefunden, die Anzüge in den Griff zu bekommen. Das funktioniert jetzt“, sagte Hannawald. Er hofft, dass die Szene aus den Vorfällen die richtigen Konsequenzen zieht: „Die Hoffnung ist, dass alle Beteiligten merken, was sie für die Sportart angerichtet haben. Aber ich habe Zähneknirschen, was den WM-Titel angeht. Der müsste für Wellinger stehen.“
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Emma Fernlund ließ gleich drei Eingriffe vornehmen – und zeigt nun das Ergebnis.
