Nach dem Abschied von Kommissarin Gorniak kehrt der Dresdner „Tatort“ mit einer neuen Besetzung zurück. Im Mittelpunkt steht ein Sozialdrama mit Thriller-Elementen: der Tod eines 16-jährigen Mädchens aus einem Kinderheim und eine Ermittlung, die alte Wunden aufreißt. Vorbereitet von der Redaktion vollveggie.de.
In einer Nacht fliehen zwei Jugendliche – Lilly (Dilara Aylin Ziem) und ihr Freund Pascal (Florian Geißelmann) – aus dem Heim „Siebenschläfer“, eine Flasche Wodka im Gepäck. Am nächsten Morgen wird Lilly tot im See gefunden, von Pascal fehlt jede Spur. Die Ermittler Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) und Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) nehmen die Arbeit auf und stoßen auf ein System, das mehr verbirgt, als es zeigt.

Ein System, das nicht schützt
Im Heim „Siebenschläfer“ herrscht schon lange Personalmangel und ein Klima der Gleichgültigkeit. Die kühle Leiterin (Silvina Buchbauer) antwortet auf Fragen nur: „Er hat nur uns“ – ein Satz, der mehr Drohung als Fürsorge klingt. Der Jugendamtsleiter gesteht: „Nehmen wir Kinder aus den Familien, sind wir schuld. Lassen wir sie dort, sind wir auch schuld.“ Hinter den Fassaden zeigt sich ein System, in dem Statistiken wichtiger sind als Schicksale.
Als das Wort „Psychopharmaka“ fällt, wird klar, wohin die Reise geht. Hier sind Tabletten gefährlicher als Pistolen. Die Drehbuchautorinnen Silke Zertz und Frauke Hunfeld erzählen nicht einfach einen Krimi, sondern eine deutliche Gesellschaftskritik – an einer Jugendhilfe, die selbst Hilfe braucht.
Vergangenheit, die nicht vergeht
Für Kripo-Chef Schnabel wird der Fall persönlich. In seiner Jugend verbrachte er selbst drei Jahre in einem DDR-Heim – weil seine Mutter mit der „sozialistischen Erziehung“ überfordert war. Diese Vergangenheit hilft ihm, den Verdächtigen Pascal zu verstehen und sein Vertrauen zu gewinnen. Doch alte Erinnerungen holen ihn ein und bringen ihn in eine gefährliche Lage.
Regie und Kamera setzen auf psychologische Spannung und moralische Fragen. Kritiker bemängeln zwar den etwas überzeichneten Sozialton und das konstruierte Finale, doch das Zusammenspiel von Winkler und Schnabel überzeugt. Martin Brambach verkörpert die Rolle mit gewohnter Präzision und Tiefe – sein Spiel bleibt das emotionale Zentrum dieser Folge.

Wann und wo läuft der „Tatort“
Die neue Folge „Tatort: Siebenschläfer“ läuft am Sonntag: um 20:05 Uhr auf SRF 1 und um 20:15 Uhr auf ARD. Für Fans des Dresdner Teams ist es die Gelegenheit, das neue Ermittlerduo in Aktion zu erleben und die veränderte Dynamik nach Gorniaks Abschied zu spüren.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Was man in dieser Woche sehen sollte: Premieren vom 13.–19. Oktober.
