In Berlin sorgt eine Personalentscheidung für Aufsehen. Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Leiter seines Kanzlerbüros, Jacob Schrot, entlassen – einen seiner engsten und langjährigen Vertrauten. Die Bundesregierung bestätigte die Entscheidung am Montagnachmittag offiziell. Nach außen heißt es, die Trennung sei „im gegenseitigen Einvernehmen“ erfolgt. Hinter der nüchternen Formulierung steckt jedoch eine deutlich komplexere Geschichte. Der Abgang von jacob schrot kam selbst für Teile des Kanzlerumfelds überraschend. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Nach offiziellen Angaben arbeiteten Merz und Schrot rund vier Jahre eng zusammen. In dieser Zeit leitete Schrot nicht nur das Kanzlerbüro, sondern auch die Stabsstelle des Nationalen Sicherheitsrats in Berlin. Er galt als zentrale Figur im inneren Machtgefüge der neuen Regierung. Schrot selbst erklärte, er wolle sich nach „intensiven zehn Jahren in der Bundespolitik“ neuen beruflichen Herausforderungen zuwenden.
Was den Kanzler störte
Hinter den Kulissen wird weniger diplomatisch über die Gründe gesprochen. Medienberichten zufolge war Merz zunehmend unzufrieden mit der wirtschaftlichen Expertise in seinem direkten Umfeld. Jacob schrot ist studierter Politikwissenschaftler und auf Außenpolitik spezialisiert – genau dieser Schwerpunkt soll intern als Schwachstelle wahrgenommen worden sein. Kritiker sagen, Schrot habe sich immer stärker als eine Art Chefberater für nahezu alle Themen verstanden. Dadurch seien wichtige Informationen und Einschätzungen nicht immer bis zum Kanzler vorgedrungen.
Öffentlich vermeidet Merz jedoch jede Form der Kritik. In seiner Stellungnahme dankte er Schrot ausdrücklich für dessen Loyalität und die „herausragende Unterstützung“ – sowohl beim Start der neuen Bundesregierung als auch zuvor, in der Zeit der Opposition und im Wahlkampf. Besonders hob Merz den Beitrag von Schrot beim Aufbau des Nationalen Sicherheitsrats hervor.

Wer nun übernimmt
Neuer Leiter des Kanzlerbüros wird Philipp Birkenmaier. Der bisherige CDU-Bundesgeschäftsführer gilt als erfahrener Verwaltungs- und Parteistratege. Birkenmaier arbeitete bereits früher im Kanzleramt, war im Wirtschaftsministerium tätig und engagierte sich im CDU-Mittelstandsverband. In der Parteizentrale wird betont, dass seine Erfahrung vor allem den wirtschaftspolitischen Teil der Kanzlerarbeit stärken soll.
Jacob schrot wird das Kanzleramt nach Informationen aus Regierungskreisen vollständig verlassen und sich außerhalb der Politik neu orientieren. In seinem Abschiedsstatement erklärte er, es sei für ihn ein großes Privileg gewesen, das erste Amtsjahr von Friedrich Merz in einer „historisch herausfordernden Phase“ begleiten zu dürfen. Konkrete Angaben zu seinen weiteren Plänen machte er bislang nicht.
Erinnern wir daran, früher haben wir berichtet: Trump spricht erneut über Grönland.
