Ein eigentlich routinemäßiges Treffen am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz hat für politischen Wirbel gesorgt. Bundeskanzler Friedrich Merz traf sich mit Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom, anschließend wurden Fotos veröffentlicht, die beide lachend zeigen. Was wie ein diplomatischer Standardtermin wirkte, löste in den USA heftige Reaktionen aus. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Der frühere US-Botschafter in Deutschland und heutige Sondergesandte des US-Präsidenten, Richard Grenell, reagierte scharf. Auf der Plattform X schrieb er:
„Die deutsche Regierung begrüßt Gavin Newsom. Wahrscheinlich der bislang größte Patzer von Merz.“
Grenell greift Newsom und Merz frontal an
Grenell ist schon länger ein scharfer Kritiker des kalifornischen Gouverneurs. Er bezeichnete Newsom als „Heuchler“, warf ihm vor, 1,5 Milliarden Dollar an Steuergeldern für ein Bürogebäude verschwendet zu haben, und behauptete außerdem, dessen Ehefrau sei während der Proteste in Los Angeles Luxus-Handtaschen einkaufen gewesen.
Gavin Newsom ist Demokrat, gilt als möglicher Präsidentschaftskandidat in den USA und ist ein lautstarker Kritiker von Donald Trump. Trump selbst verspottet ihn regelmäßig, indem er seinen Namen zu „Newscum“ abwandelt – ein Wortspiel mit abwertendem Unterton.
German government embraces Gavin Newsom.
— Richard Grenell (@RichardGrenell) February 15, 2026
Quite possibly the biggest Merz gaffe to date. https://t.co/2I8bxqQLle
Warum die Reaktion so heftig ausfiel
Die Angriffe Grenells richteten sich nicht nur gegen Newsom, sondern auch gegen Kanzler Merz. Berichten zufolge soll Grenell bereits vor dem ersten Treffen zwischen Merz und US-Präsident Donald Trump versucht haben, den Kanzler bei Trump in ein schlechtes Licht zu rücken – möglicherweise, um ihn im Oval Office in eine unangenehme Lage zu bringen.
Die Andeutung, ein deutscher Bundeskanzler müsse Kontakte zu Vertretern der US-Opposition vermeiden oder sogar abstimmen, wirkt zumindest irritierend. Zumal Vertreter der US-Regierung in der Vergangenheit selbst Kontakte zur deutschen Opposition gepflegt haben. So traf sich US-Vizepräsident JD Vance im vergangenen Jahr am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz mit AfD-Chefin Alice Weidel.
Der Vorfall zeigt, wie sensibel die transatlantischen Beziehungen derzeit sind – besonders im Schatten des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs.
Erinnern wir daran, früher haben wir berichtet: Wer ist Jana Schimke – Biografie, Karriere und Rolle in der modernen deutschen Politik.
