US-Präsident Donald Trump hat seine Rhetorik gegenüber Venezuela erneut verschärft und am Samstag erklärt, der gesamte venezolanische Luftraum sei „vollständig geschlossen“. Die Aussage erfolgte vor dem Hintergrund des größten amerikanischen Militäraufmarschs in der Karibik seit Jahrzehnten und wachsenden Spekulationen über mögliche US-Militärschläge gegen die Regierung von Nicolás Maduro. Trumps Post auf Truth Social gilt als weiteres Signal, dass Washington bereit ist, härter gegen Caracas vorzugehen – die Spannungen steigen rapide. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Drohung mit Angriffen und Warnung an Airlines
„An alle Fluggesellschaften, Piloten, Drogenhändler und Menschenhändler: Bitte betrachtet den LUFTRAUM ÜBER UND UM VENEZUELA ALS VOLLSTÄNDIG GESCHLOSSEN“, schrieb Trump am frühen Samstagmorgen. Juristisch kann die US-Regierung keinen fremden Luftraum schließen, doch solche Formulierungen gelten oft als Vorstufe zu möglichen Luftschlägen.
In den vergangenen Wochen haben US-Militärflugzeuge das internationale Luftraumgebiet nahe Venezuela verstärkt überwacht; nach Angaben eines Regierungsbeamten patrouillieren sie dort inzwischen „fast ständig“. Das Weiße Haus äußerte sich nicht dazu, ob die Operationen ausgeweitet oder Überflüge über Venezuela selbst in Betracht gezogen werden.
Trotz Trumps Warnung waren am Samstagmorgen weiterhin einige Flugzeuge über dem Staatsgebiet sichtbar. Mehrere Airlines hatten jedoch bereits begonnen, Routen umzulegen, nachdem die FAA vor einer „zunehmend gefährlichen Sicherheitslage“ und „verstärkter militärischer Aktivität“ über Venezuela gewarnt hatte.
Vorwürfe gegen Maduro und mögliche US-Operationen
Die Trump-Regierung wirft Präsident Nicolás Maduro und seinen Sicherheitskreisen seit Jahren vor, in den internationalen Drogenhandel verwickelt zu sein. In dieser Woche stuften die USA das sogenannte Cartel de los Soles als ausländische Terrororganisation ein – ein Schritt, der militärische Aktionen gegen venezolanische Regierungsstrukturen rechtlich erleichtern könnte, obwohl diese Gruppe weder ein echtes Kartell noch eine formale Organisation darstellt.
Seit September haben US-Streitkräfte mindestens 20 Angriffe auf mutmaßliche Drogenschmuggel-Boote im Karibischen Meer und im Pazifik durchgeführt. Dabei wurden nach offiziellen Angaben mehr als 80 Menschen getötet. Trump kündigte zudem an, dass die USA „sehr bald“ auch Bodenoperationen gegen mutmaßliche venezolanische Drogenhändler beginnen könnten. „Über Land ist es einfacher, und damit werden wir sehr bald starten“, sagte er in einer Ansprache an US-Truppen.

Reaktion Venezuelas und steigende Unsicherheit
Die venezolanische Regierung reagierte nicht auf Trumps Erklärung. Das Kommunikationsministerium, das alle Presseanfragen bearbeitet, schwieg ebenso wie das Verteidigungsministerium. Stattdessen entzog die venezolanische Luftfahrtbehörde sechs internationalen Airlines die Start- und Landerechte, nachdem diese aufgrund der FAA-Warnung Flüge ausgesetzt hatten.
Maduro, der seit 2013 an der Macht ist, weist sämtliche Drogenschmuggel-Vorwürfe zurück. Er beschuldigt die USA, einen Vorwand für eine Intervention zu schaffen, und betont, dass sowohl die Bevölkerung als auch die Streitkräfte jede Form ausländischer Einmischung abwehren würden.
Viele Venezolaner befinden sich inzwischen in einem Schwebezustand: Einerseits wächst die Gefahr einer US-Militäraktion, andererseits fehlt Vertrauen in die eigene Regierung, die Informationen nur begrenzt oder verzerrt veröffentlicht. Die Unsicherheit im Land nimmt dadurch weiter zu.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Andrij Jermak ist zurückgetreten: Wer er ist und welche Rolle er im Büro des Präsidenten der Ukraine spielt.
