Dienstag, Juni 16

Pilzesammeln gehört in Deutschland längst zur Kultur – auch in einer Großstadt wie Berlin. Sobald im Spätsommer die ersten Regenfälle einsetzen, zieht es viele Berlinerinnen und Berliner in die umliegenden Wälder, um Steinpilze, Maronen oder Pfifferlinge zu finden. Die Hauptstadt bietet dafür mehr Möglichkeiten, als man denkt: Rund um Berlin liegen große Pilzorte in der Nähe, die leicht zu erreichen sind und in denen das Sammeln für den Eigenbedarf erlaubt ist. Doch bevor man loszieht, sollte man wissen, wo sich die besten Pilzstellen befinden und welche Regeln gelten. Vorbereitet von der Redaktion vollveggie.de.

Wann beginnt die Pilzsaison in Berlin

Die Pilzsaison in der Region Berlin-Brandenburg beginnt gewöhnlich im Juli und erreicht ihren Höhepunkt im September und Oktober. In Jahren mit feuchten Sommern kann man sogar schon im Juni erste Funde machen. Besonders nach mehreren Regentagen steigen die Chancen, frische Pilze zu entdecken. Die Böden in Brandenburg sind sandig, aber in den Mischwäldern rund um die Hauptstadt finden sich viele Arten, die sich an diese Bedingungen angepasst haben. Im Gegensatz zu süddeutschen Regionen ist die Saison in Berlin meist etwas kürzer, dafür aber intensiv – ideal für alle, die gern Pilz suchen.

Pilzstellen und Pilzorte in Berlin 2025 – Wo Pilz suchen

Wo man in Berlin und Umgebung Pilze findet

Grunewald

Der Grunewald im Westen der Stadt ist das klassische Ziel der Berliner Pilzsucher. Das weitläufige Waldgebiet mit seinen Buchen- und Kiefernflächen bietet ideale Bedingungen für Maronenröhrlinge, Steinpilze und Täublinge. Abseits der Hauptwege lassen sich in feuchten Senken oft Pfifferlinge finden. Besonders nach kühlen Nächten und feuchtem Wetter ist der Grunewald reich an Pilzstellen, aber man sollte früh am Morgen starten – gegen Mittag sind viele Plätze bereits abgesucht.

Tegeler Forst

Im Nordwesten Berlins liegt der Tegeler Forst, ein weiteres traditionelles Gebiet für Pilzliebhaber. Durch den alten Baumbestand und den humusreichen Boden gedeihen dort zahlreiche Arten, vor allem Steinpilze, Rotkappen und Birkenpilze. Viele erfahrene Sammler betonen, dass der Wald bei leichtem Nebel die besten Ergebnisse liefert. Es ist einer jener Pilzorte in der Nähe, wo man fast immer fündig wird. Allerdings gehört ein Teil des Gebietes zum Landschaftsschutz – daher sollte man Hinweisschilder beachten und die Wege nicht verlassen.

Köpenicker Forst und Müggelberge

Im Südosten der Stadt befindet sich der Köpenicker Forst, der größte zusammenhängende Wald Berlins. Zwischen Kiefern und Birken wachsen dort häufig Maronen und Butterpilze. Die nahegelegenen Müggelberge bieten durch ihre feuchte Lage am Wasser ebenfalls gute Bedingungen für reichhaltige Pilzstellen. Wer hier Pilz suchen möchte, sollte auf die Beschilderung achten: In einigen Bereichen ist das Sammeln wegen Naturschutz eingeschränkt, doch entlang der Wanderwege ist es erlaubt.

Spandauer Forst

Der Spandauer Forst im Nordwesten gilt als einer der artenreichsten Wälder der Region. In den Mischwäldern aus Eichen, Buchen und Fichten lassen sich Steinpilze, Hallimasch und Herbsttrompeten finden. Da Teile des Forstes unter strengem Schutz stehen, ist es wichtig, sich an die markierten Routen zu halten. Viele Pilzfreunde loben die Ruhe dieses Gebiets – ein perfekter Ort, um in aller Ruhe Pilz zu suchen und die Natur zu genießen.

Schorfheide

Etwas außerhalb der Berliner Stadtgrenzen liegt die Schorfheide in Brandenburg – eines der besten Pilzgebiete Norddeutschlands. Die Wälder dort sind weitläufig, feucht und reich an Laubholz. Neben Steinpilzen und Pfifferlingen findet man dort auch seltene Arten wie die Krause Glucke. Diese Pilzorte in der Nähe sind besonders beliebt bei erfahrenen Sammlern, denn die Vielfalt ist groß und die Natur nahezu unberührt. Die Anreise dauert zwar etwa eine Stunde, aber wer früh losfährt, wird meist mit vollen Körben belohnt.

Gesetzliche Regeln und Naturschutz

In Deutschland gilt das Bundesnaturschutzgesetz, das das Sammeln von Pilzen in kleinen Mengen für den Eigenbedarf erlaubt. Diese sogenannte Handstraußregelung bedeutet, dass man Pilze, Beeren oder Kräuter in geringen Mengen mitnehmen darf, solange sie nicht unter Artenschutz stehen. In Berlin sind die Bezirksforsten für die Kontrolle zuständig und weisen regelmäßig auf gesperrte Gebiete hin.

Das Sammeln in Naturschutzgebieten wie Teilen des Spandauer Forstes oder im Kernbereich des Köpenicker Forstes ist verboten. Wer dort trotzdem sammelt, muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen, die bis zu 10.000 Euro betragen können. Auch das gewerbliche Sammeln ist nur mit Sondergenehmigung möglich. Generell wird empfohlen, nicht mehr als zwei Kilogramm Pilze pro Person und Tag mitzunehmen. So bleiben die Bestände erhalten, und auch andere Pilzfreunde haben eine Chance auf gute Pilzstellen.

Tipps für sicheres und nachhaltiges Sammeln

Wer Pilz suchen geht, sollte immer mit einem luftdurchlässigen Korb unterwegs sein. Plastiktüten fördern die Zersetzung und machen die Pilze ungenießbar. Am besten beginnt man die Suche am frühen Vormittag, wenn die Luft noch feucht ist. Pilze sollten vorsichtig aus dem Boden gedreht oder knapp über der Erde abgeschnitten werden, um die Myzelstruktur nicht zu zerstören.

Unsichere Exemplare sollte man grundsätzlich liegen lassen – einige der giftigsten Arten, etwa der Grüne Knollenblätterpilz, ähneln Speisepilzen stark. In Berlin bietet die Deutsche Gesellschaft für Mykologie regelmäßig Beratungen an, bei denen man seine Funde prüfen lassen kann. Wer sich an diese Grundregeln hält, genießt ein sicheres und umweltfreundliches Pilzerlebnis an den schönsten Pilzorten in der Nähe.

Pilzstellen und Pilzorte in Berlin 2025 – Wo Pilz suchen

Fazit

Pilzesammeln in Berlin ist mehr als ein Wochenendhobby – es ist ein Stück urbaner Naturkultur. Die Hauptstadt bietet mit Grunewald, Tegeler Forst und Köpenicker Forst gleich mehrere hervorragende Pilzorte in der Nähe, die leicht erreichbar und landschaftlich reizvoll sind. Wer Rücksicht auf Natur und Regeln nimmt, kann auch 2025 wieder einen Korb voller Köstlichkeiten von den besten Pilzstellen mit nach Hause bringen.

Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Wie man mit dem Pilzesammeln beginnt — und nicht im Krankenhaus landet.

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