Köln – Für viele wirkt dieser Kurswechsel wie ein Bruch mit ihrer eigenen Vergangenheit. Bianca Heinicke, einst eine der prägendsten Influencerinnen Deutschlands, hat ihren YouTube-Kanal BibisBeautyPalace mit Schminkvideos, Lifestyle-Tipps und Fast-Fashion-Hauls groß gemacht. Jetzt distanziert sie sich öffentlich von genau dieser Industrie – und warnt in einem neuen, selbstkritischen Doku-Video vor den Folgen von Shein, Billigmode und Massenkonsum. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
„Ich war Teil des Systems“ – Heinicke spricht offen über ihre Vergangenheit
In dem Video zeigt sich die Influencerin ungewohnt reflektiert. Sie erinnert daran, wie sie selbst den Stil vieler junger Mädchen geprägt und für große Reichweite Werbepartnerschaften mit Fast-Fashion-Konzernen angenommen hatte. Besonders in Erinnerung: ein Video, in dem ein ganzer Lkw voller Shein-Kleidung bei ihr zu Hause anrollte.
„Ich hatte damals tausende Shein-Klamotten in meinem Wohnzimmer hängen. Ich war Teil dieses Systems. Ich habe es selbst konsumiert, selbst gelebt und auch beworben“, sagt Bianca Heinicke heute. Weiter erklärt sie: „Ich habe früher viel Geld damit verdient, dieses System zu unterstützen. Nicht aus böser Absicht, sondern, weil ich nicht wusste, was wirklich dahintersteckte.“
Heinicke lebt seit ihrer Trennung von Ex-Mann Julian Claßen im Frühjahr 2022 in einer Beziehung mit Lifecoach Timothy Hill. Der neue Lebensabschnitt habe ihr die Zeit gegeben, Abstand zu gewinnen – und kritisch auf die eigene Vergangenheit zu blicken.
„Niemand möchte Mikroplastik im Körper haben“ – Doku soll aufrütteln
Ihr YouTube-Video trägt den Titel „Nähte aus Narben“. Darin erklärt Heinicke, wie wenig sie früher über die sozialen und gesundheitlichen Folgen von Fast Fashion wusste. Heute will sie aufklären: „Niemand von uns möchte Mikroplastik im Körper haben, Krebsrisiken erhöhen oder indirekt Kinderarbeit im großen Stil unterstützen. Genau deshalb habe ich mich entschieden, all das, was ich herausgefunden habe, in einer Doku zusammenzutragen.“
Bereits im vergangenen Jahr hatte sie öffentlich um Entschuldigung gebeten – für die Zusammenarbeit mit Marken, denen Ausbeutung und unfaire Arbeitsbedingungen vorgeworfen werden. „Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass ich in Kauf genommen habe, für Marken zu werben, denen vorgeworfen wurde, Kinderarbeit zu unterstützen“, schrieb sie damals.

Ihr Appell heute: bewusster konsumieren, reparieren statt wegwerfen, Kleidung tauschen und nachhaltige Labels unterstützen. Jeder könne dazu beitragen, dass Mode nicht schadet, sondern schützt – und dass Unternehmen ihre Praxis ändern müssen.
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