In Frankfurt wurde ein lange erwarteter Kulturentwicklungsplan vorgestellt, an dem fast fünf Jahre gearbeitet wurde. Entstanden ist er gemeinsam mit Museen, Theatern, freien Kulturschaffenden und den Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt. Das Ziel ist klar formuliert: Kultur soll für mehr Menschen zugänglich werden, während sich die Arbeitsbedingungen für die freie Szene spürbar verbessern. Im Mittelpunkt stehen Teilhabe, digitale Lösungen und der seit Jahren drängende Mangel an geeigneten Räumen. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion unter Bezugnahme auf
Der Prozess lief bewusst offen und transparent. Rund 500 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich an Umfragen, Diskussionsrunden und Workshops. Herausgekommen ist ein Rahmenpapier mit zahlreichen Vorschlägen – von neuen Formaten für das Publikum bis hin zu konkreten Schritten zur Unterstützung von Künstlerinnen und Künstlern. Im Rathaus betonen sie: Der Plan ist kein bindender Auftrag, sondern eine strategische Orientierung für die kulturelle Zukunft von Frankfurt.
Kultur für mehr Menschen öffnen
Ein zentrales Thema ist die stärkere Einbindung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen in das kulturelle Leben. Angesprochen werden sollen insbesondere Menschen mit Migrationsgeschichte, ältere Frankfurterinnen und Frankfurter sowie Personen, die sich sozial isoliert fühlen. Kultur könne hier eine verbindende Rolle spielen und Einsamkeit entgegenwirken, heißt es aus dem Kulturdezernat.
„Die Stadt ist gewachsen und vielfältiger geworden, und darauf versuchen wir Antworten zu finden“, sagte die Kulturdezernentin bei der Vorstellung des Plans.
Diskutiert wird zudem die Einrichtung einer eigenen Koordinationsstelle für Diversität und Inklusion. Sie soll zwischen Kultureinrichtungen und jenen Zielgruppen vermitteln, die mit klassischen Angeboten bislang nur schwer erreicht werden.
Mehr Raum und mehr Digitales für die freie Szene
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Arbeitsbedingungen der freien Kulturszene. In Frankfurt gilt der Mangel an Ateliers, Proberäumen und Spielstätten als eines der größten Probleme. Die Stadt will daher stärker auf gemeinschaftliche Nutzung und Zwischennutzungen setzen – etwa in leerstehenden oder ehemaligen Industriegebäuden.
„Es kann nicht sein, dass gut ausgebildete Künstlerinnen und Künstler Frankfurt oder die Region verlassen, nur weil es an Platz fehlt“, so eine klare Botschaft aus dem Kulturdezernat.
Parallel dazu wird die Digitalisierung vorangetrieben. Erste Projekte, bei denen Museen und Kulturhäuser digitale Infrastruktur und Know-how bündeln, laufen bereits. Diese Modelle sollen künftig ausgeweitet werden, damit Kulturangebote auch online sichtbarer und zugänglicher werden.

Die wichtigsten Schwerpunkte des Kulturentwicklungsplans für Frankfurt:
- mehr Teilhabe für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen
- bessere Bedingungen für die freie Kunst- und Kulturszene
- gemeinschaftliche Nutzung und Zwischennutzung von Räumen
- Ausbau digitaler Angebote und Kompetenzen
- stärkere Vernetzung der Kultureinrichtungen
Insgesamt umfasst der Kulturentwicklungsplan rund 30 Maßnahmen. Für einige davon sind politische Beschlüsse und eine stabile Finanzierung notwendig. Die Kosten für die Erarbeitung des Plans belaufen sich auf etwa 500.000 Euro, während einzelne Vorhaben bereits parallel umgesetzt werden.
Erinnern wir daran, früher haben wir berichtet: Neuer Stadtteil im Nordwesten Frankfurts.
