Ford-Chef Jim Farley spricht erneut offen über ein Problem, das die US-Industrie seit Jahren begleitet. Laut ihm stehen im Unternehmen derzeit rund 5.000 Mechanikerstellen offen – und fast alle bieten ein Jahresgehalt im sechsstelligen Bereich. Doch selbst mit solchen Konditionen findet Ford kaum geeignete Fachkräfte. Farley formuliert es klar: Die USA stecken in einer tiefen Krise der Handwerks- und Technikberufe. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
In der Podcast-Sendung Office Hours: Business Edition erklärte Farley, dass das Land „in Schwierigkeiten“ stecke, weil es kaum noch Menschen ausbildet, die praktisch arbeiten können. Ford versuche schon lange, Tausende Positionen zu besetzen, obwohl das Unternehmen rund 120.000 Dollar im Jahr anbietet – fast doppelt so viel wie das durchschnittliche US-Einkommen. Nach seinen Worten betrifft der Mangel nicht nur die Autoindustrie, sondern praktisch jede Branche, die auf manuelle Arbeit angewiesen ist.
Für Farley ist das Thema auch familiär geprägt. Er erinnerte daran, dass sein Großvater bereits 1918 im berühmten River Rouge-Werk von Henry Ford gearbeitet hat. Farley selbst kam 2007 zu Ford und übernahm 2020 das Amt des Vorstandschefs. Er sagt, das Beispiel seines Großvaters habe ihn zur Firma geführt – doch heute sieht er mit Sorge, dass junge Menschen immer seltener solche Wege einschlagen.
Im Gespräch mit Moderatorin Monica Langley betonte Farley, dass der Bedarf an Fachkräften weit über den Automobilsektor hinausgeht. In den USA gebe es über eine Million offene Stellen in systemrelevanten Bereichen – von Rettungsdiensten bis zu Lkw-Fahrern, Fabrikarbeitern, Elektrikern und Installateuren. „Wir stecken in Schwierigkeiten. Wir sprechen viel zu wenig darüber“, sagte Farley und forderte mehr Aufmerksamkeit für die Ausbildung in technischen Berufen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Jim Farley eine Warnung ausspricht. Bei einem Auftritt in Colorado erklärte er, dass chinesische Elektroautos technologisch „weit überlegen“ seien. Laut ihm werden „70 Prozent aller Elektrofahrzeuge in China gebaut“, und wenn US-Hersteller nicht konkurrenzfähig bleiben, habe Ford „keine Zukunft“. Er bezeichnete die Lage als „die ernüchterndste Erfahrung“ seiner Karriere und warnte vor einem zunehmend härteren globalen Wettbewerb.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben, dass Deutsche Telekom Aktie: Prognose angehoben, Dividendenerhöhung geplant.
