Die russische Zentralbank ist erstmals von rein „papierhaften“ Transaktionen zu echten Verkäufen von physischem Gold aus ihren Reserven übergegangen. Diese Operationen finden im Rahmen der Haushaltsmechanismen des Finanzministeriums statt. Während das Metall früher nur innerhalb staatlicher Strukturen verschoben wurde, gelangt es nun tatsächlich auf den inländischen Markt. Darüber berichtet „Interfax“ unter Berufung auf Daten der Zentralbank. Ökonomen sehen darin ein deutliches Signal für die Lage der russischen Staatsfinanzen. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Was sich bei den Goldgeschäften geändert hat
Bis vor Kurzem galten die staatlichen Goldverkäufe als rein formal: Das Metall wurde zwar „verkauft“, blieb aber Teil der russischen Reserven, die mehr als 2,3 Tausend Tonnen umfassten – der fünftgrößte Bestand weltweit. Jetzt verkauft die Zentralbank echte Goldbarren, ähnlich wie sie zuvor bereits Yuan aus dem Wohlstandsfonds veräußert hat. Laut dem Regulator hat die Liquidität des Goldmarkts zugenommen, sodass diese Transaktionen heute ohne Risiko durchgeführt werden können.
„Die Bank Rossii führt äquivalente Operationen nicht nur durch Kauf und Verkauf von Yuan gegen Rubel durch, sondern teilweise auch durch den Handel mit Gold“, erklärte die Zentralbank. Wann die Verkäufe genau begonnen haben und in welchem Umfang sie stattfinden, bleibt jedoch offen. Der Wohlstandsfonds hat seinerseits 57 Prozent seiner Goldreserven abgebaut – von 405,7 Tonnen auf nur noch 173,1 Tonnen. Der Großteil davon wurde für die Deckung des Haushaltsdefizits verwendet.

Warum der Kreml verstärkt auf Gold setzt
Parallel dazu schrumpften die liquiden Vermögenswerte des Fonds – darunter Gold und Yuan – von 113,5 Milliarden auf 51,6 Milliarden Dollar. Das zeigt den starken Druck, unter dem sich die russischen Staatsfinanzen befinden. Nach der Einfrierung der russischen Währungsreserven im Jahr 2022 machte Moskau Gold zum zentralen Stabilisierungsinstrument: Physische Barren lassen sich nicht einfach blockieren, solange sie im eigenen Land gelagert werden. Schon vor 2022 verringerte Russland deshalb seine Dollarabhängigkeit und baute Gold- und Yuan-Bestände aus.
Gold ist darüber hinaus unter Sanktionsbedingungen einfacher einsetzbar als Währungen, da Transaktionen nicht über internationale Systeme wie SWIFT laufen müssen. Zudem ermöglichen weniger transparente Handelskanäle Verkäufe an Drittstaaten. Experten bewerten die aktuellen Goldverkäufe als Hinweis auf wachsenden finanziellen Druck und den zunehmenden Verbrauch strategischer Reserven.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben, dass Rheinmetall-Aktie fällt um 5,30%.
