Zwickau (Sachsen) – Hinter der Fassade einer glücklichen Familie spielte sich ein Albtraum ab. Antonio T. (40) und Eva S. (30) missbrauchten über Jahre hinweg ihre Kinder – die eigenen und die ihrer Partner. Laut einer Mitteilung des Landgerichts Zwickau und der Staatsanwaltschaft wurde das Urteil am Freitag offiziell verkündet. Beide Eltern müssen nun ins Gefängnis. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Gericht spricht harte Strafen aus
Antonio T. wurde wegen mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs, Vergewaltigung und Besitzes kinderpornografischen Materials zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Seine Partnerin Eva S. erhielt zweieinhalb Jahre Freiheitsstrafe. Nach außen gaben die beiden das Bild einer modernen Patchwork-Familie, doch hinter geschlossenen Türen herrschte Gewalt und Missbrauch.
Das Paar hatte aus früheren Beziehungen je ein Kind mitgebracht – Emilie und Paul (Namen geändert). Später kamen zwei gemeinsame Kinder hinzu. Was in sozialen Netzwerken nach heiler Welt aussah, war in Wahrheit ein Ort des Schreckens.
23 Anklagepunkte und erschütternde Details
Laut Anklage verging sich Antonio T. mehrfach an seiner Tochter Emilie, schwängerte sie sogar, als sie erst 14 Jahre alt war. Auch Paul soll Opfer geworden sein. Eva S. filmte die Taten mit ihrem Handy. Staatsanwältin Angelina Kammerloher führte 23 Punkte in der Anklageschrift auf, darunter schwere Vergewaltigung, Missbrauch und die Herstellung von Kinderpornografie.
„Bei einem Arztbesuch kam heraus, dass Emilie schwanger ist, sie wurde vergewaltigt“, sagte die leibliche Mutter des Mädchens unter Tränen vor Gericht. Bereits Jahre zuvor hatte sie Anzeige erstattet, weil sie den Verdacht hegte, ihr Ex-Partner könne sich an dem Kind vergehen. Doch niemand glaubte ihr. „Man hat meine Emilie im Stich gelassen“, sagte sie leise. Besonders das Jugendamt habe ihre Hinweise ignoriert.

Weitere Tochter offenbar betroffen
Während des Prozesses kam ans Licht, dass möglicherweise auch die gemeinsame Tochter des Paares, geboren 2016, Opfer sexueller Gewalt wurde. Gegen die Eltern läuft dazu ein weiteres Verfahren. Das betroffene Kind lebt inzwischen gemeinsam mit seinen Geschwistern in einem Heim. Emilie erhält psychologische Betreuung und nimmt an Reittherapien teil.

Geständnis erst durch Deal
Das Urteil beruhte auf einer sogenannten Verständigung zwischen Gericht und Angeklagten. Erst im Rahmen dieser Absprache legten Antonio T. und Eva S. Geständnisse ab. Damit blieb den Kindern eine erneute Aussage vor Gericht erspart – ein kleiner Schutz nach Jahren des Leids.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Schüsse in Rodgau: Polizei jagt flüchtigen Täter mit Hubschrauber.
