Der ehemalige Flughafen Tegel in Berlin erhielt nach seiner Schließung im Jahr 2020 ein neues Leben – als das größte Flüchtlingszentrum Deutschlands. In den alten Hangars und Terminals wurden Tausende Betten, Zelte und Container aufgestellt, Küchen und sanitäre Anlagen eingerichtet. Auf dem Höhepunkt des Zustroms im Frühjahr 2023 lebten dort bis zu 5.000 Menschen. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Warum das Zentrum geschlossen wird
Die Berliner Behörden erklären die Schließung aus mehreren Gründen. Tegel war von Anfang an als vorübergehende Lösung gedacht. Die alten Hallen und Gebäude sind für längeren Aufenthalt kaum geeignet: Im Winter ist es dort zu kalt, im Sommer zu heiß. Zelte und Container bieten keine angemessenen Bedingungen, insbesondere für Familien mit Kindern.
Zudem plant die Stadt eine umfassende Umgestaltung des ehemaligen Flughafengeländes. Auf dem Areal sollen der innovative Technologiepark Urban Tech Republic und das neue Wohnviertel Schumacher Quartier entstehen. Deshalb wird das Zentrum Schritt für Schritt aufgelöst und nimmt keine neuen Menschen mehr auf.

Wohin die Bewohner umziehen
Derzeit leben noch etwa 1.500 Menschen in Tegel. Sie werden nach und nach in andere Unterkünfte und kommunale Heime in Berlin und im Bundesland Brandenburg verlegt. Personen, die bereits eine Aufenthaltserlaubnis oder eine Arbeitserlaubnis erhalten haben, sollen in Sozialwohnungen umziehen können.
Die Umsiedlung erfolgt schrittweise, um eine Überlastung anderer Einrichtungen zu vermeiden. Für Familien mit Kindern bereiten die Behörden spezielle Programme zur Anpassung und Betreuung vor.

Lebensbedingungen
Tegel wurde häufig wegen seiner schwierigen Bedingungen kritisiert. In einem Raum lebten acht bis zwölf Personen, und für eine Dusche oder Waschmaschine musste man oft stundenlang warten. Freiwillige berichteten über Platzmangel und fehlende Privatsphäre. Dennoch war das Zentrum für viele die erste sichere Unterkunft, in der sie nach ihrer Ankunft in Deutschland Schutz und Unterstützung fanden.
Was auf dem Gelände entstehen soll
Nach der Schließung des Zentrums beginnt eine groß angelegte Umgestaltung. Das Projekt Urban Tech Republic wird Forschungseinrichtungen, Start-ups und den Campus der Technischen Universität Berlin vereinen. Daneben entsteht das neue Wohngebiet Schumacher Quartier mit modernen Häusern, Schulen und Grünflächen.

Wie es weitergeht
Mit der Schließung von Tegel stellt Berlin auf neue Formen der Unterbringung um – kleinere, energieeffiziente und menschenwürdigere Einrichtungen. Die Stadt betont, dass jede Person weiterhin eine Unterkunft und Unterstützung erhalten wird, bis sie dauerhaft in die Gesellschaft integriert ist.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Panik im Frankfurter Einkaufszentrum: Feuerwerkskörper lösten Großeinsatz aus.
