Vier Wochen nach dem gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian sorgt ein neuer Fund erneut für Wirbel – und bringt die Ermittler in Erklärungsnot. Ein verkohlter Handschuh, nur etwa 100 Meter vom Fundort der Leiche entfernt entdeckt, schien zunächst ein mögliches Schlüsselstück im Mordfall zu sein. Doch nun tauchen Zweifel auf: Lag er wirklich dort – oder wurde er später dorthin gebracht? Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Der Handschuh wurde einer RTL-Filmcrew von einer Spaziergängerin in einer schwarzen Plastiktüte übergeben. Die Reporter leiteten ihn anschließend an die Polizei weiter. Oberstaatsanwalt Harald Nowack bestätigte, dass das Stück derzeit kriminaltechnisch untersucht wird. Ob es tatsächlich angekohlt ist und einen direkten Bezug zum Tod des Jungen hat, sei zum aktuellen Zeitpunkt offen.
Zweifel am tatsächlichen Fundort
Gegenüber dem „Münchner Merkur“ erklärte Nowack nun, dass eine weitere Zeugin ausgesagt habe, den Handschuh bereits Tage zuvor an einem anderen Ort gesehen zu haben. Auch an dieser Stelle hatten Ermittler gesucht – allerdings offenbar ohne ihn zu entdecken. „Wir gehen dem Hinweis nach“, so der Oberstaatsanwalt. Sollte sich die Aussage bestätigen, hätte das schwerwiegende Folgen: Der Fundort könnte manipuliert worden sein, oder der Handschuh wurde versehentlich – oder absichtlich – verlegt. Für die Spurensicherung wäre das ein herber Rückschlag.
Verdächtige weiterhin in Untersuchungshaft
Fabian aus Güstrow war am 10. Oktober verschwunden. Vier Tage später fand man seine angezündete Leiche in einem Tümpel bei Klein Upahl – mutmaßlich, um Spuren zu verwischen. Am 6. November wurde Gina H., die 29-jährige Ex-Freundin von Fabians Vater, festgenommen. Brisant: Sie war diejenige, die den Leichnam am 14. Oktober entdeckt hatte. Seit ihrer Festnahme schweigt sie zu allen Vorwürfen.

Kritik an früher Tatortfreigabe
Die Polizei geriet bereits zuvor unter Druck, weil das Gebiet rund um den Fundort nur einen Tag nach dem Entdecken der Leiche wieder freigegeben wurde. Zahlreiche Menschen hielten sich dort auf, bevor Ermittler die Fläche am nächsten Tag erneut absperrten und durchsuchten. Ob dadurch wertvolle Spuren zerstört oder übersehen wurden, ist ungeklärt.
Der rätselhafte Handschuh steht nun im Zentrum der Aufmerksamkeit: mögliches Beweismittel oder bedeutungslose Ablenkung? Klar ist nur, dass der Fall Fabian weiterhin zu den bedrückendsten und undurchsichtigsten Kriminalfällen Mecklenburg-Vorpommerns zählt.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Magdeburger Weihnachtsmarkt darf nach Sicherheitsstreit doch öffnen.
