Nach einem freundlichen Winter-Samstag kippte das Wetter über Nacht komplett. Aus Schnee wurde Eis, aus Sonne wurde Glätte – mit bundesweit zahlreichen schweren Unfällen. Klimatologe Karsten Brandt warnte bereits am Samstag im Gespräch mit BILD: „Es kann heftig glatt werden. Da kommt eine Mischung aus Schnee und Regen auf uns zu.“ Genau diese Mischung verwandelte viele Straßen in Eispisten. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Am Sonntag zog eine Eisregen-Walze aus dem Westen über Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Am Nachmittag waren dann Baden-Württemberg, vor allem die Schwäbische Alb und der Schwarzwald, betroffen. Während der Winter am Samstag noch ein Postkartenbild bot, wurde er am Sonntag für Autofahrer zur echten Gefahr.
Glätte sorgt bereits in der Nacht für schwere Unfälle
Die ersten Unfälle passierten schon in der Nacht zu Sonntag. Auf der B45 zwischen Zuzenhausen und Hoffenheim verlor ein VW-Golf-GTI-Fahrer trotz Winterreifen die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Wagen überschlug sich und blieb auf der Seite liegen. Alle drei Insassen wurden verletzt und in Krankenhäuser gebracht.
In Leipzig verlor ein 19-Jähriger auf glattem Kopfsteinpflaster die Kontrolle über seinen Mercedes. Er fuhr vermutlich zu schnell, rutschte von der Fahrbahn, prallte gegen einen Betonmast, kippte auf die Seite und stieß schließlich gegen einen Baum. Die Feuerwehr befreite den schwer verletzten Fahrer aus dem Wrack.
Auch bei Hochdorf in Baden-Württemberg kam es zu einem schweren Glätte-Unfall: Ein 59-Jähriger war mit seinem Sohn zu einer Probefahrt in einem neuen Porsche unterwegs. In einer Linkskurve schleuderte der Wagen auf Eis und krachte gegen einen Baum. Beide Insassen wurden leicht verletzt, der Sportwagen ist jedoch ein Totalschaden – rund 200.000 Euro.
Tragisch endete der Wintereinbruch für einen 79-Jährigen in Leer (Niedersachsen). Beim Überqueren eines Bahnübergangs prallte er gegen die sich senkende Schranke, stürzte und rutschte durch die Glätte auf die Gleise. Trotz Vollbremsung erfasste ihn ein Zug. Der Mann starb noch am Unfallort.


Extreme Kälte im Erzgebirge – und neue Glätte in Sicht
Besonders kalt wurde es in Marienberg-Kühnhaide im Erzgebirge. Dort sanken die Temperaturen auf minus 22 Grad, in Erdbodennähe sogar auf minus 25 Grad – der niedrigste Wert in Deutschland. Der Ort zeigte sich tief verschneit und spiegelglatt.
Auch wenn der Sonntag in vielen Regionen etwas milder ausfallen sollte, bleibt die Gefahr hoch. Fällt Regen auf gefrorenen Boden, wird jede Straße innerhalb weniger Minuten rutschig. Brandt warnt deshalb weiter: „In der Nacht zu Montag erwarten wir auch in Berlin und Ostdeutschland Schnee und Glätte. Das zieht sich vielleicht sogar bis Hamburg rauf.“

Für Pendler wird der Montagmorgen damit besonders heikel, vor allem auf weniger befahrenen Nebenstrecken. Am Abend könnte die Lage kurz entspannen, bevor der Winter am Dienstag und Mittwoch erneut mit voller Kraft zurückkehrt.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Aurich: Spaziergänger bei Treibjagd angeschossen – Polizei ermittelt gegen Jägerin.
