Die Bundeswehr startet offiziell mit der Einführung des neuen Sturmgewehrs G95. Am Donnerstag, dem 4. Dezember, wurde auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in Bayern die erste Lieferung an das Panzergrenadierbataillon 122 übergeben – rund 300 Exemplare der neuen Waffe. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Generalleutnant Heico Hübner, stellvertretender Inspekteur des Heeres, betonte die Bedeutung der neuen Ausrüstung: „Mit dem G95 erhält die Bundeswehr eine Waffe, die neue Maßstäbe setzt – in Sachen Präzision, Zuverlässigkeit und Modularität.“ Die Einführung des neuen Modells markiert zugleich das Ende einer langen Diskussion um die Vorgängerversion G36.
Bereits 2012 kamen erste Zweifel an der Präzision des G36 auf, besonders bei Dauerfeuer unter Hitzeeinwirkung. Obwohl ein Gericht später bestätigte, dass die Waffe den vertraglichen Anforderungen entsprach, entschied sich die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im Jahr 2015 für eine schrittweise Ausmusterung.
Was man über das G95-Sturmgewehr wissen muss: Merkmale und warum gerade dieses Modell gewählt wurde
Ursprünglich war das Unternehmen CG Haenel für die Lieferung des Nachfolgemodells vorgesehen. Doch nach einem Patentstreit wurde der Auftrag 2021 an Heckler & Koch übertragen – ein Hersteller mit langer Tradition in der Bundeswehr. Schon 1959 lieferte H&K das G3, später dann das G36.
Das neue Modell G95A1 basiert auf dem HK416 A8 und ist besonders modular aufgebaut. Die Standardversion verfügt über einen 406 mm langen Lauf, während die Kurzversion KA1 einen 368 mm langen Lauf hat. Zur Ausstattung gehören ein ELCAN Specter DR Zielfernrohr mit variabler Vergrößerung sowie mechanische Notvisiere.
Der erste offizielle Auftrag über G95A1 und KA1 wurde im Mai 2025 erteilt. Insgesamt plant die Bundeswehr die Beschaffung von mindestens 118.000 Exemplaren. Diese Zahl könnte jedoch steigen, wenn die Truppenstärke – wie angekündigt – auf 460.000 Soldatinnen und Soldaten anwächst. Das G95 wurde bereits bei Spezialkräften eingeführt, nun folgt der breite Einsatz in regulären Einheiten.

Warum die Wahl auf das G95 fiel
An der offiziellen Übergabe nahmen hochrangige Vertreter des Verteidigungsministeriums teil, darunter Vizeadmiral Carsten Stawitzki und Brigadegeneral Stefan Wind. Ihre Anwesenheit unterstreicht, wie bedeutend die Einführung des G95 innerhalb der Streitkräfte ist.
Hinzu kommt: Das Panzergrenadierbataillon 122 wird im kommenden Jahr der neu aufgestellten Panzerbrigade 45 zugeordnet, die in Litauen stationiert sein soll. Die Modernisierung der Ausrüstung – mit dem G95 als Kernwaffe – ist somit auch ein sicherheitspolitisches Signal an die NATO-Partner im Osten.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Andrij Jermak ist zurückgetreten: Wer er ist und welche Rolle er im Büro des Präsidenten der Ukraine spielt.
