Der Skandal um die Verbindungen von Prinz Andrew zu Jeffrey Epstein bekommt eine neue Wendung. Die britische Polizei erschien in seinem Haus auf dem Gelände des Anwesens Sandringham und nahm den 66-jährigen ehemaligen Angehörigen der Königsfamilie fest. Darüber berichtet „The Telegraph“. Im Raum steht der Verdacht auf ein mögliches Amtsdelikt. Eine Affäre, die seit Jahren schwelt, rückt damit erneut ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit – und diesmal geht es nicht nur um den Ruf, sondern auch um eine mögliche strafrechtliche Verantwortung. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Laut dem Bericht stehen Ermittler im Austausch mit der Staatsanwaltschaft wegen Hinweisen, wonach Prinz Andrew heimlich Regierungsdokumente des Vereinigten Königreichs an Jeffrey Epstein weitergeleitet haben soll. Derzeit prüft die Polizei die eingegangenen Informationen und bewertet, ob ausreichende Anhaltspunkte für ein umfassendes Ermittlungsverfahren vorliegen. Formal handelt es sich um eine Vorprüfung, um festzustellen, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten gegeben ist.
Im Fokus stehen dabei unter anderem folgende mögliche Aspekte:
- Weitergabe von Regierungsdokumenten an Dritte;
- möglicher Missbrauch einer offiziellen Position;
- Nutzung des Status als Mitglied der Königsfamilie für private Zwecke.
Offizielle Anklagen wurden bislang nicht erhoben, doch allein die Festnahme verleiht dem Fall erhebliches Gewicht.
Ein Skandal, der 2019 begann
Die Kontakte von Prinz Andrew zu dem US-Finanzier Jeffrey Epstein gerieten bereits 2019 öffentlich in den Fokus. Damals sah sich der frühere Prinz gezwungen, seine offiziellen Aufgaben innerhalb der Königsfamilie niederzulegen. Auslöser waren Anschuldigungen der US-Amerikanerin Virginia Giuffre.
Ihr öffentliches Auftreten sorgte international für Schlagzeilen.
„Prinz Andrew gehörte zu denen, die mir geschadet haben“, erklärte Virginia Giuffre.
Seitdem taucht der Name Andrew regelmäßig in Zusammenhang mit dem Epstein-Komplex auf. Er wird auch in den sogenannten „Epstein-Akten“ erwähnt, die schrittweise veröffentlicht wurden. Jede neue Dokumentenveröffentlichung führte zu erneuten Diskussionen in britischen und internationalen Medien.
Neue Dokumente und weiterer Imageschaden
Eine der jüngsten Veröffentlichungen enthält Fotos, auf denen sich der Prinz über eine unbekannte junge Frau beugt, die am Boden liegt. Diese Aufnahmen heizten die Debatte erneut an. Vor dem Hintergrund dieser neuen Enthüllungen intensivierten die Behörden ihre Prüfungen.
Die Ermittler klären nun, ob ein formelles Strafverfahren eingeleitet werden muss oder ob es bei einer Bewertung der vorliegenden Informationen bleibt. Dass es zu einer Festnahme kam, zeigt jedoch, dass die Behörden die Vorwürfe ernst nehmen.

Anfang Dezember 2025 entzog König Charles III seinem Bruder sämtliche Titel. Dieser Schritt wurde damals als Versuch gewertet, die Monarchie endgültig von dem Skandal zu distanzieren. Nun hat die Angelegenheit jedoch eine neue Dynamik erhalten und steht erneut im Fokus der Öffentlichkeit.
Die Polizei gibt bislang keine Details zu den laufenden Prüfungen bekannt, während die Staatsanwaltschaft das vorliegende Material auswertet. Schon die Formulierung eines möglichen Amtsdelikts klingt jedoch schwerwiegend. In den kommenden Wochen dürfte sich zeigen, ob aus der Vorprüfung ein offizielles Strafverfahren wird oder ob es bei einer internen Bewertung der Hinweise bleibt.
Erinnern wir daran, früher haben wir berichtet: Hubschrauber im Einsatz, drei Männer verletzt.
