Berlin – Der Mann schweigt weiter. Der 43-jährige Obdachlose, der an Neujahr gestoppt wurde, als er den dritten Kältebus der Berliner Stadtmission anzünden wollte, äußert sich bis heute nicht zu seinem Motiv. Für die Berliner Staatsanwaltschaft steht inzwischen jedoch fest: Er soll auch hinter der ersten Brandstiftung stecken, bei der kurz nach Weihnachten zwei Fahrzeuge zerstört wurden. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion. Die Bilder wurden von der Website verwendet bild.de.
Der Rückblick zeigt das ganze Ausmaß der Tat. Am 28. Dezember wurde der erste Kältebus der ehrenamtlichen Helfer in der Seydlitzstraße in Berlin-Moabit in Brand gesetzt. Der Transporter brannte vollständig aus und war nicht mehr zu retten. Die Flammen griffen zudem auf einen zweiten Kältebus über, der im Frontbereich schwer beschädigt wurde und ebenfalls ausfiel.
Festnahme an Neujahr: dritter Bus ebenfalls zerstört
An Neujahr dann der nächste Angriff. Mitarbeiter der Stadtmission überraschten den Mann, als er auch den dritten und letzten Kältebus anzünden wollte. Sie hielten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Auch dieses Fahrzeug wurde so stark beschädigt, dass es nicht mehr einsatzfähig war. Bei der Festnahme hatte der Verdächtige 1,6 Promille Alkohol im Blut, gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Der Mann stammt aus Budapest in Ungarn.
Lange war unklar, ob derselbe Täter auch für die Brandstiftung vom 28. Dezember verantwortlich ist. Diese Zweifel sieht die Staatsanwaltschaft nun ausgeräumt. Nach dem aktuellen Ermittlungsstand gehen die Behörden davon aus, dass der 43-Jährige alle Brandanschläge auf die Kältebusse verübt hat.

Ermittlungen wegen Brandstiftung in zwei Fällen
„Wir ermitteln wegen des Verdachts der Brandstiftung in zwei Fällen“, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Michael Thomas Petzold. Zu den Vorwürfen habe sich der Beschuldigte bislang nicht geäußert. Die Ermittlungen laufen weiter, auch zu möglichen Hintergründen der Tat.
Trotz der schweren Angriffe blieb die Hilfe für Obdachlose in Berlin gesichert. Die Stadtmission spricht von einer „großen Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft“. Mehrere Unternehmen stellten dem Verein kurzfristig und kostenlos drei Fahrzeuge zur Verfügung. So konnten die Kältebusse weiterhin Menschen bei lebensgefährlichen Temperaturen zu sicheren Unterkünften bringen – ohne Unterbrechung.
Erinnern wir daran, früher haben wir berichtet: Schulen wegen Wetterlage geschlossen.
