Am kommenden Wochenende wird in Leipzig ein massiver Zustrom von Fußballfans erwartet, obwohl die Bundesliga und die 2. Bundesliga eine Pause einlegen. Rechtsgerichtete Gruppen und zahlreiche Ultra-Szenen aus dem ganzen Land wollen gegen die geplanten Sicherheitsverschärfungen der Innenminister protestieren. Die Stadt rechnet mit einer angespannten Lage: Auch rivalisierende Fangruppen reisen an, und derzeit kann niemand sagen, ob die Demonstration in Gewalt umschlagen könnte. Die Hauptkritik der Fans richtet sich gegen personalisierte Tickets, den Einsatz von Gesichtserkennung und eine zentrale Stelle für bundesweite Stadionverbote. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Position der Ultras und Gründe des Protests
In einem gemeinsamen Schreiben von Fanzenen Deutschland erklären die Ultras, dass „die Politik der Nulltoleranz und die Gleichsetzung von Pyrotechnik mit Gewalt“ zeige, dass die Politik die Fankultur nicht verstehe. Sie betonen zudem, dass „die größte Gefahr in deutschen Stadien weiterhin unberechenbare Einheiten der Bereitschaftspolizei“ seien, und fordern die Innenministerien auf, „die ohnehin übermäßigen Einsatzzeiten ihrer Beamten zu reduzieren“. Gleichzeitig ignorieren die Ultras, dass gerade Hochrisikospiele immer wieder zu teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppen führen – sowohl vor als auch im Stadion. Ein aktuelles Beispiel lieferte das Derby zwischen Köln und Gladbach, bei dem im Gästeblock Pyrotechnik gezündet wurde.
Die Aktion in Leipzig findet im Vorfeld des Länderspiels der deutschen Nationalmannschaft statt, das am Montagabend ausgetragen wird. Bereits angeschlossen haben sich Gruppen wie „Commando Cannstatt 1997“ (Stuttgart), „K-Block“ (Dynamo Dresden) und die „Südkurve München“ (FC Bayern). Andere Szenen – darunter die „Nordkurve Nürnberg“ – informieren lediglich über die Demonstration, ohne aktiv zur Teilnahme aufzurufen.
Marschroute und Sicherheitsmaßnahmen
Die Organisatoren haben den Protest unter dem Motto „Fußball ist sicher! Es lebe die Fankultur!“ angemeldet. Die Leipziger Behörden teilten BILD die geplante Route mit: Götestraße – Augustusplatz – Innenstadtring im Uhrzeigersinn – zurück zur Götestraße. Der Marsch ist für 11:30 bis 15:00 Uhr angesetzt, und die Ultras rufen dazu auf, in den Farben ihrer Vereine zu erscheinen. Polizeisprecher Moritz Peters sagte der Zeitung: „Wir planen einen groß angelegten Einsatz und garantieren das Versammlungsrecht.“
Die Ultra-Gruppen fordern die Teilnehmer auf, auf Pyrotechnik und Vermummung zu verzichten. „Verhaltet euch respektvoll gegenüber der gastgebenden Stadt Leipzig und allen Fans vor Ort! Wir kämpfen Schulter an Schulter für unsere Sache!“, heißt es vom Commando Cannstatt. Die Sicherheitskräfte befürchten jedoch, dass mehr als 10.000 Ultras nach Leipzig kommen könnten: Die Nordtribüne des HSV, die Südkurve des 1. FC Köln sowie Ultras von Union Berlin und Hertha BSC haben ihre Teilnahme angekündigt.

Der Zeitpunkt des Marsches ist kein Zufall: Im Dezember soll die Innenministerkonferenz den Bericht der Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ erhalten, ein Vorbereitungstreffen findet bereits am 18. und 19. November in Berlin statt. Die Ultras befürchten, dass dieses Mal nicht nur diskutiert, sondern tatsächlich gehandelt wird.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Tödlicher Crash auf der B28: Verdacht auf illegales Autorennen bei Blaubeuren.
