Robert Glatzel, einst der unangefochtene Torgarant des Hamburger SV, erlebt derzeit die schwierigste Phase seiner Karriere im Verein. In der Bundesliga stand der Stürmer bislang nur 57 Minuten auf dem Platz – meistens sieht er seine Mannschaft nun von der Seitenlinie aus. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Glatzel nicht mehr in der Startelf und ohne Tore
Im Spiel gegen Leipzig wurde Glatzel erst in der 90. Minute eingewechselt, im Test gegen Osnabrück durfte er von Beginn an ran, spielte rund 70 Minuten, blieb aber torlos. Für den Angreifer, der jahrelang das Gesicht der HSV-Offensive war, ist das eine harte Situation.
„Die Lage ist, wie sie ist. Ich muss das Beste aus jeder Chance machen“, sagte der 31-Jährige nach dem Testspiel offen. Und weiter: „Es wäre gelogen zu sagen, dass ich zufrieden bin. Vier Jahre lang war klar: Wenn ich fit bin, spiele ich. Jetzt ist alles anders.“

Warum Glatzel seinen Platz verloren hat
Trainer Merlin Polzin setzt auf ein schnelles Umschaltspiel und intensives Pressing. Das liegt Spielern wie Ransford Königsdörffer und Yussuf Poulsen mehr als Glatzel. Der Angreifer gibt zu: „Ich laufe keine 35 km/h mehr und bin kein Pressingmonster. Andere haben jetzt Vorteile.“
Polzin betont jedoch, dass er den Profi weiterhin schätzt: „Bobby ist unglaublich enttäuscht – das ist verständlich. Aber ich sehe, wie hart er arbeitet und wie er die anderen unterstützt.“
Der HSV siegt auch ohne seinen Ex-Leader
Solange die Mannschaft erfolgreich spielt, sieht Polzin keinen Grund, seine Taktik zu ändern. Und Glatzel bleibt fair: „Es geht um den Verein und das Team. Bislang läuft es gut, wir spielen ordentlich in der Bundesliga.“
Doch hinter diesen nüchternen Worten steckt eine persönliche Enttäuschung. Glatzel hatte jahrelang davon geträumt, mit dem HSV in die Bundesliga aufzusteigen und dort endlich zu spielen. „Es tut weh, wenn man vier Jahre lang vorneweg ging und sich vornahm, hier in der Bundesliga zu spielen – und dann sitzt man auf der Bank“, sagt er ehrlich.
Steht ein Abschied bevor?
Laut deutschen Medien könnte Glatzel den Verein im Winter verlassen, sollte sich an seiner Situation nichts ändern. „Es wäre gelogen zu sagen, dass alles gut ist“, gesteht er. Sein Vertrag läuft zwar weiter, doch seine Motivation schwindet – zumal Polzin derzeit anderen Stürmern vertraut.

Im Spiel gegen Wolfsburg stand Glatzel gar nicht im Kader. Für den Mann, der über 80 Tore für den HSV erzielt hat, ist das ein klares Signal.
„Manchmal muss man menschlich schwierige Entscheidungen treffen“, sagte Polzin im Sky-Interview vor dem Spiel. „Aber wir sind froh, dass er noch bei uns ist.“
Die Frage ist nur – wie lange noch.
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