Der Weihnachtsmarkt in Magdeburg stand noch wenige Tage vor dem Start plötzlich auf der Kippe – und verwandelte sich in einen politischen Nervenkrimi. Was als Routinegenehmigung galt, entwickelte sich zu einem Konflikt zwischen Stadt, Landesverwaltungsamt und Staatskanzlei, der erst in letzter Minute gelöst wurde. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Am Montag erklärte Oberbürgermeisterin Simone Borris völlig überraschend, der Weihnachtsmarkt könne nicht genehmigt werden. Hintergrund waren massive Zweifel des Landesverwaltungsamtes am vorgelegten Sicherheitskonzept. Die Stadt warnte öffentlich vor einer drohenden Absage und wandte sich in einem offenen Brief direkt an Ministerpräsident Reiner Haseloff mit der Bitte um Unterstützung. Die Anspannung war besonders groß, weil am selben Tag der Prozess gegen den Mann begann, der am 20. Dezember 2024 mit einem BMW in den Magdeburger Weihnachtsmarkt raste. Sechs Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt – und just jetzt drohte eine erneute Absage.

Wende nach Krisentreffen
Haseloff reagierte am Dienstag und ordnete ein kurzfristiges Krisentreffen zwischen Stadt und Landesverwaltungsamt an. Bereits am Mittwoch kamen die Beteiligten zusammen – mit entscheidender Folge. Am Nachmittag teilte Borris mit, dass der Weihnachtsmarkt doch stattfinden könne. Nach ihrem Gespräch mit Thomas Pleye, dem Präsidenten des Landesverwaltungsamtes, erklärte sie, man habe eine „Vielzahl von risikominimierenden und sicherheitserhöhenden Maßnahmen“ vereinbart. Diese Anpassungen ermöglichten nun die Genehmigung des Marktes.
Borris kündigte an, dass ihre Verwaltung nun „Nachtschichten“ einlegen müsse, um die Änderungen ins Sicherheitskonzept einzuarbeiten. Für Montag sei außerdem eine Begehung mit der Polizei geplant, um letzte Details abzustimmen.
Auslöser des ganzen Streits war ein Prüfbericht des Landesverwaltungsamtes. Die Behörde hatte das 152 Seiten umfassende Sicherheitskonzept sowie ein 45-seitiges Dokument zum Überfahrtschutz bewertet – und kam zum Urteil „nicht genehmigungsfähig“. Das Schreiben vom 7. November, nur wenige Tage vor Marktstart, listete zahlreiche fachliche Hinweise auf und bezeichnete den Weihnachtsmarkt sogar als mögliches Anschlagsziel.


Thomas Pleye zeigte sich nach der Einigung erleichtert und bedankte sich bei allen Beteiligten: „Sicherheit ist wichtiger denn je. Wir müssen gewisse Standards erfüllen – das sind wir den Menschen schuldig. Unser Ziel ist, dass sich alle Besucherinnen und Besucher sicher fühlen können.“
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Schulbrief zu Kopfbedeckungen löst Bombendrohung in Melle aus.
