Die diesjährigen Nobelpreisträger für Wirtschaft kommen aus den USA, Frankreich und Kanada: Joel Mokyr, Philippe Aghion und Peter Howitt. Ausgezeichnet wurden sie für ihre bahnbrechende Arbeit zur Erklärung von wirtschaftlichem Wachstum, das auf Innovationen basiert. Vorbereitet von der Redaktion vollveggie.de.
Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften gab die Entscheidung am Montag, den 13. Oktober, über die offiziellen Kanäle des Nobelkomitees bekannt. In der Mitteilung heißt es, dass die Hälfte des Preises an Joel Mokyr für seine Forschung zu den Grundlagen nachhaltigen Wachstums durch technologischen Fortschritt gehe. Die andere Hälfte teilen sich Philippe Aghion und Peter Howitt „für ihre Theorie des nachhaltigen Wachstums durch kreative Zerstörung“.
Drei Forscher, ein gemeinsames Thema: Innovation
Joel Mokyr wurde in eine Familie niederländischer Juden geboren, die den Holocaust überlebt hatte, und wuchs in Haifa auf. Nach seinem Studium der Geschichte und Ökonomie an der Hebräischen Universität Jerusalem promovierte er an der Yale University. Seit 1974 lehrt Mokyr an der Northwestern University und ist zudem Professor an der School of Economics der Universität Tel Aviv.
Philippe Aghion stammt aus Paris. Er studierte an der Sorbonne, promovierte später in Harvard und forscht heute am Collège de France, an der Business School INSEAD sowie an der London School of Economics.
Peter Howitt wurde in Toronto geboren, studierte an der McGill University und der University of Western Ontario und promovierte schließlich an der Northwestern University. Derzeit ist er Professor an der Brown University im US-Bundesstaat Rhode Island.
Wirtschaftswachstum durch kreative Zerstörung
Aghion und Howitt entwickelten gemeinsam die sogenannte Theorie der „kreativen Zerstörung“. Sie erklärt, wie technologische Innovationen alte Strukturen verdrängen, neue Arbeitsfelder schaffen und langfristig zu stabilem Wachstum führen. Mokyr hingegen erforschte die historischen Voraussetzungen, die zu nachhaltigem Fortschritt führen – etwa die Rolle von Bildung, Wissenschaft und offener Kommunikation.
Mit ihrer Arbeit zeigen die drei Forscher, dass Innovationen kein Zufallsprodukt sind, sondern Ergebnis eines offenen und dynamischen Umfelds.

Ein Blick auf frühere Preisträger
Im Jahr 2024 erhielten die US-Ökonomen Daron Acemoglu, Simon Johnson und James Robinson den Nobelpreis für ihre Untersuchungen über den Einfluss von Institutionen auf Wohlstand. 2023 ging die Auszeichnung an Claudia Goldin für ihre Studien zur Rolle der Frauen auf dem Arbeitsmarkt.
Bereits 2022 ehrte das Nobelkomitee Ben Bernanke, Douglas Diamond und Philip Dybvig für ihre Analysen zu Finanzkrisen und der Rolle von Banken.
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