In Delhoven (Nordrhein-Westfalen) dauert die Aufklärung des Todes von Yosef weiter an. Der 14-Jährige wurde tot an einem Waldsee gefunden, die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen aus. Doch auch Wochen nach der Tat fehlen entscheidende Antworten. Es gibt weder einen Tatverdächtigen noch eine mutmaßliche Tatwaffe. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Am 25. Januar sagte Yosef seiner Mutter, er gehe zu einem Treffen seines Schützenvereins. Dort kam er jedoch nie an. Stunden später entdeckten Spaziergänger seinen leblosen Körper am Ufer eines Sees. Der Körper des Jugendlichen wies zahlreiche Verletzungen auf, was früh den Verdacht eines Tötungsdelikts nährte. Diese Einschätzung hält die Polizei bis heute aufrecht.
Die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Bislang konnten keine Spuren gesichert werden, die zu einem möglichen Täter führen. Auch die Ergebnisse der Obduktion wurden bisher nicht veröffentlicht. Wie Yosef zum See gelangte und was sich in seinen letzten Stunden ereignete, ist weiterhin unklar.
Bereits zwei Tage nach dem Fund der Leiche setzten Staatsanwaltschaft und die Stadt Dormagen eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro aus. Sie soll Hinweise liefern, die zur Aufklärung des Verbrechens beitragen könnten. Die Polizei betont:
„Wir hoffen weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung. Auch kleine Beobachtungen können entscheidend sein.“
Abschied mit Kerzen und stillen Worten
Während die Ermittler nach Antworten suchen, hat Delhoven öffentlich Abschied genommen. Am Samstagabend versammelten sich die Einwohner zu einem Trauermarsch für Yosef. Ursprünglich war lediglich eine kleine Lichterkette geplant – vom Waldsee, an dem der Junge gefunden wurde, bis zu seinem Zuhause in einer Flüchtlingsunterkunft rund drei Kilometer entfernt. Doch die Anteilnahme war überwältigend.
Nach Schätzungen der Polizei nahmen bis zu 3000 Menschen an dem Marsch teil. Viele trugen Kerzen, Blumen oder Fotos des Jungen. Am See wurden Lichter entzündet, Menschen standen schweigend beisammen und erinnerten sich an Yosef – als Mitschüler, Vereinskameraden und Freund.
Die Idee für den Marsch stammte von einer Nachbarin der Familie. In ihrer Ansprache erklärte sie:
„Ich wollte unbedingt etwas tun, um Lilly zu zeigen, wie wichtig ihr Sohn für uns alle war. Etwas, das vielleicht ein kleines Stück Trost spenden kann.“
Sie erzählte, dass sie den Gedanken, Yosef mit Kerzen „nach Hause zu begleiten“, zunächst in sozialen Netzwerken geteilt habe.
„Ich war überwältigt davon, wie viele Menschen offenbar genau darauf gewartet haben. Dass es so viele werden würden, hätte ich nie erwartet.“

Besonders bewegend sprach sie über Yosefs Mutter:
„Unsere Gedanken kreisen immer wieder um Yosef und um seine letzten Momente – und um seine Mama Lilly. Ich selbst bin Mutter und kann mir nicht vorstellen, welcher Schmerz sie nun ihr Leben lang begleiten wird. Sie war immer so stolz auf ihren Sohn und darauf, wie wir hier in Delhoven ihren ‚Yosi‘ ins Herz geschlossen haben.“
Im Zentrum des improvisierten Gedenkortes lag ein Fußball mit der Aufschrift: „Mögen Engel mit dir spielen.“ Ein stilles Symbol des Abschieds – und eine Erinnerung an einen Jungen, dessen Tod viele Fragen offenlässt.
Erinnern wir daran, früher haben wir berichtet: Flucht vor Polizeikontrolle endet tödlich.
