Ein starkes Erdbeben hat in der Nacht zum Sonntag den Norden Afghanistans erschüttert. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen mindestens 27 Menschen ums Leben, mehr als 850 wurden verletzt. Zahlreiche Häuser, Moscheen und historische Gebäude erlitten schwere Schäden – unter anderem die berühmte Blaue Moschee in Mazar-i-Sharif.
Starke Erdstöße in der Provinz Samangan
Das Zentrum des Bebens lag in der Provinz Samangan im Norden des Landes. Laut afghanischen Behörden hatte das Erdbeben eine Stärke von 6,8 auf der Richterskala. Das Epizentrum befand sich in etwa 30 Kilometern Tiefe, die Erschütterungen auf der Oberfläche erreichten eine Intensität von bis zu sieben Punkten. Viele Bewohner wurden im Schlaf überrascht und flohen in Panik aus ihren Häusern.
„Das starke Erdbeben, das sich in der vergangenen Nacht im Norden des Landes ereignet hat, forderte mindestens 27 Menschenleben und verletzte über 850 weitere“, erklärte Hanan Balkhy, Direktorin des regionalen WHO-Büros für das östliche Mittelmeer, gegenüber Tolo News.


Zerstörungen und Rettungsmaßnahmen
Die Provinz Samangan gehört zu einer der ärmeren Regionen Afghanistans, viele Häuser dort sind aus Lehm gebaut und konnten den heftigen Erdstößen nicht standhalten. Dutzende Gebäude stürzten ein, zahlreiche Menschen wurden unter den Trümmern eingeschlossen.
Einsatzkräfte und freiwillige Helfer versuchen, Verschüttete zu bergen. Krankenhäuser in der Region sind überfüllt, und die medizinische Versorgung ist schwierig. Die WHO und lokale Behörden haben Notfallteams entsandt, um die Verletzten zu behandeln und Hilfsgüter bereitzustellen.
Historische Blaue Moschee teilweise beschädigt
Besonders betroffen ist auch die berühmte Blaue Moschee in Mazar-i-Sharif, eines der bedeutendsten religiösen Bauwerke des Landes. Laut örtlichen Berichten wurden Teile der Fassade und mehrere Kuppeln beschädigt. Bilder in sozialen Medien zeigen Risse in den Wänden und eingestürzte Bereiche auf dem Gelände.
Ein Bewohner von Mazar-i-Sharif sagte: „Wir haben so etwas seit Jahren nicht mehr erlebt. Die Erde bebte minutenlang, und wir dachten, das ganze Haus würde einstürzen.“


Zahl der Opfer steigt weiter
Erste Berichte am Morgen des 3. November sprachen von 20 Toten und rund 500 Verletzten. Doch im Laufe des Tages stiegen die Zahlen weiter an. Offizielle Stellen rechnen mit weiteren Opfern, da viele abgelegene Dörfer noch nicht erreicht werden konnten.
Afghanistan wird regelmäßig von Erdbeben erschüttert. Aufgrund der instabilen Infrastruktur und der dichten Bebauung in ländlichen Regionen haben selbst mittelstarke Beben oft verheerende Folgen.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Teil des Torre dei Conti in Rom eingestürzt – dramatische Rettungsaktion im Gange.
