Die goldene Taschenuhr von Isidor Straus blieb um 2.20 Uhr stehen – genau in dem Moment, als die Titanic im Nordatlantik sank. Seine Frau Ida schenkte sie ihm zu seinem 43. Geburtstag. Mehr als ein Jahrhundert später gelangte das bewegende Erinnerungsstück nach London. Dort löste es sofort großes Interesse aus und brachte schließlich über zwei Millionen Euro ein. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Schon die Gravur „I.S.“ erinnert an die Geschichte des Paares. Isidor Straus, Mitinhaber des Kaufhauses Macy’s in New York, und seine Frau Ida reisten 1912 in der Ersten Klasse. Die gebürtige Deutsche schrieb damals in einem Brief voller Begeisterung über den Luxus an Bord. Beide wurden in Deutschland geboren und wanderten später mit ihren Familien in die USA aus. Diese Biografie weckte bereits zu Lebzeiten Neugier, und die Tragödie der Titanic verstärkte das Interesse nur noch weiter.
Ein Entschluss aus Liebe
Als die Titanic am 15. April 1912 unterging, forderte die Besatzung Ida Straus auf, in ein Rettungsboot zu steigen. Sie wollte jedoch ihren Mann nicht allein zurücklassen. Nach Angaben von Überlebenden sagte sie, sie sterbe lieber an seiner Seite. Augenzeugen sahen das Paar später Seite an Seite auf Liegestühlen. James Cameron griff dieses Bild in seinem Film „Titanic“ auf, auch wenn er die Szene in die Kabine verlegte.
Die Rettungskräfte fanden Idas Leiche nie. Die Mannschaft des Suchschiffs Mackay-Bennett barg jedoch Isidor. In seiner Kleidung lag die goldene Jules-Jurgensen-Uhr – ein letztes Zeichen ihrer Bindung. Die Familie erhielt die Uhr bald darauf zurück und bewahrte sie lange Zeit auf.

Ein Erbstück, das Millionen wert wurde
Laut „Daily Mail“ blieb die Taschenuhr mehr als ein Jahrhundert in Familienbesitz. Erst jetzt stellte ein Nachkomme sie zum Verkauf. Das Auktionshaus Henry Aldridge & Son in Wiltshire erzielte 1,78 Millionen Pfund, also rund 2,03 Millionen Euro. Der Käufer möchte anonym bleiben, doch das Auktionsergebnis spricht für sich. Schließlich zeigt es, wie stark die Titanic-Geschichte auch heute Menschen berührt.
Die Titanic verließ Southampton am 10. April 1912. Nach der Kollision mit einem Eisberg sank sie in rund 3800 Metern Tiefe. Viele Dokumente aus dieser Zeit sind verloren. Dennoch tauchen immer wieder persönliche Erinnerungsstücke auf, die neue Einblicke geben. So versteigerte das Auktionshaus auch einen Brief von Ida Straus. Sie schrieb ihn an Bord der Titanic. Dieser Brief brachte mehr als 100.000 Euro ein.

Auktionator Andrew Aldridge erklärte gegenüber der BBC, der Rekordpreis beweise das weiterhin ungebrochene Interesse an der Geschichte des Schiffes.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Dresden: Syrischer Tatverdächtiger vor Gericht.
