In Dortmund kam es am späten Vormittag zu einer blutigen Attacke. Ein 48-jähriger Mann betrat gegen 11.20 Uhr eine Tankstelle – in der Hand ein blutverschmiertes Messer. Ruhig sagte er zu der Verkäuferin: „Ich habe gerade meine Frau erstochen.“ Kurz darauf heulten die Sirenen. Auf der nahegelegenen Güterstraße fanden Polizisten eine schwer verletzte 43-jährige Frau – seine ehemalige Lebensgefährtin. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Ein Passant hatte den Angriff beobachtet und zusammen mit der Tankstellenangestellten die Polizei alarmiert. Inzwischen steht für die Mordkommission fest: Es handelte sich um einen versuchten Femizid mitten in Dortmund.
Der Ex konnte die Trennung nicht akzeptieren
Nach ersten Ermittlungen hatte sich die Frau, Mutter von drei Kindern, bereits vor einigen Jahren von ihrem damaligen Partner getrennt. Er akzeptierte die Trennung zunächst, doch später kam es immer wieder zu Streit. Laut Staatsanwaltschaft fühlte sich der Mann durch Aussagen der Frau beleidigt – unter anderem, weil sie sich über seine mangelnde Hygiene geäußert haben soll.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter seine Tat gezielt plante. Am Samstagvormittag bat er die Frau um ein Überbrückungskabel für sein Auto. Sie willigte ein, ihm zu helfen, und traf sich mit ihm vor ihrer Wohnung in Dortmund.

Messerangriff beim Auto
Als sie am Wagen stand, griff er sie plötzlich von hinten an, nahm sie in den Schwitzkasten und stach mehrfach mit einem großen Messer auf sie ein. Der Angriff geschah direkt an ihrem VW Passat.
Die 43-Jährige erlitt mehrere tiefe Stichverletzungen im Brust- und Bauchbereich. Ein Notarzt kämpfte noch am Tatort um ihr Leben, anschließend wurde sie unter Polizeischutz in ein Krankenhaus gebracht und notoperiert. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erlitt sie auch schwere innere Verletzungen, befindet sich aber inzwischen in stabilem Zustand.


Mordversuch aus Heimtücke
Staatsanwalt Henner Kruse erklärte: „Es war wirklich knapp, aber ihr Zustand ist mittlerweile stabil. Die Geschädigte konnte bereits kurz befragt werden. Sie sagte aus, dass sie plötzlich und ohne Vorwarnung von hinten angegriffen wurde. Deshalb gehen wir aktuell auch von einem heimtückischen Mordversuch aus.“
Der mutmaßliche Täter wird noch heute dem Haftrichter vorgeführt.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Messerangriff im Zug nach London: Neun Menschen in Lebensgefahr.
