Zunächst sah alles nach einer klassischen Fahrerflucht aus. In den frühen Morgenstunden liegt eine junge Frau schwer verletzt auf der Berliner Allee. Niemand bleibt stehen, kein Verursacher ist zu sehen. Doch wenige Tage später nimmt der Fall eine dramatische Wendung – mit schwerwiegenden Folgen für einen 31-jährigen Mann. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Am Freitag gegen 2.20 Uhr meldete ein Autofahrer der Polizei eine verletzte Frau auf der Fahrbahn. Die 23-Jährige wurde umgehend in ein Krankenhaus gebracht. Trotz intensiver Behandlung erlag sie am Sonntag ihren schweren Verletzungen. An der Unfallstelle in Lübeck stellten Trauernde Kerzen und Blumen auf.
Die Ermittler gingen zunächst davon aus, dass die junge Frau angefahren und anschließend auf der Straße zurückgelassen worden war. Eine feige Unfallflucht schien der naheliegende Verdacht. Doch die Ermittlungen der Polizei brachten neue Erkenntnisse zutage – und stellten den Ablauf der Nacht grundlegend infrage.
Inzwischen richtet sich der Fokus der Ermittler auf einen Mann, der selbst die Polizei verständigt hatte.
„Inzwischen wird gegen einen 31-Jährigen wegen des Tatverdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt“, teilte die Polizei am Mittwoch mit.
Nach bisherigen Erkenntnissen soll der 31-jährige Syrer die 23-Jährige selbst angefahren haben. Anschließend habe er die Rettungskräfte alarmiert und sich lediglich als Zeuge ausgegeben. Dieser Versuch, die eigene Beteiligung zu verschleiern, sei jedoch gescheitert. Die Ermittler kamen dem Mann offenbar schnell auf die Spur.
Unklar ist weiterhin, warum sich die 23-Jährige zu dieser Uhrzeit im Bereich der Bundesstraße 207 aufhielt. Genau dieser Punkt steht nun ebenfalls im Zentrum der Untersuchungen. Ein Gutachter sowie die Rechtsmedizin in Lübeck sollen klären, wie die Verletzungen entstanden sind und ob sie eindeutig mit einem Verkehrsunfall in Verbindung stehen.
Der Opel Astra des 31-Jährigen wurde sichergestellt. Der Mann bleibt vorerst auf freiem Fuß, während die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung andauern. Für die Angehörigen der jungen Frau bleibt neben der Trauer vor allem die Frage, warum der Verdacht einer Unfallflucht so lange im Raum stand.
Erinnern wir daran, früher haben wir berichtet: Flucht vor Polizeikontrolle endet tödlich.
