Potsdam/Cottbus – Die Umstellung auf klimafreundliche Antriebe kommt in Brandenburgs Großstädten nur schleppend voran. Sowohl Potsdam als auch Cottbus kämpfen mit massiven Problemen bei der Modernisierung ihrer Busflotten. Bestellte Fahrzeuge stehen still oder sind noch gar nicht geliefert, während Zeitpläne immer weiter nach hinten rutschen. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion. Die Bilder wurden von der Website verwendet bild.de.
Wasserstoff-Busse in Cottbus stehen ungenutzt auf dem Hof
Auf dem Betriebshof von Cottbusverkehr stehen 46 neue Wasserstoff-Busse dicht an dicht. Jedes einzelne Fahrzeug kostete rund 650.000 Euro und wurde mit hohen öffentlichen Fördermitteln angeschafft. Dennoch können die Busse nicht eingesetzt werden, da der notwendige Wasserstoff fehlt.
Zwar wird in Cottbus derzeit eine Wasserstoff-Tankstelle gebaut, doch selbst eine Fertigstellung im ersten Halbjahr 2026 löst das Problem nicht sofort. Der für die Produktion von grünem Wasserstoff aus Ökostrom benötigte Elektrolyseur kann vom regionalen Energiekonzern LEAG erst im kommenden Herbst geliefert werden.
Übergangsweise sollten die Busse seit Juli mit Wasserstoff aus externen Tanks versorgt werden. Doch auch diese mobile Lösung ist bislang nicht einsatzbereit. Weder der Wasserstoff-Lieferant noch Cottbusverkehr nennen einen konkreten Starttermin, stattdessen ist von „finalen Abstimmungen“ die Rede.
Die Situation führte zu ungewöhnlichen Szenen: Für die Erstbetankung mussten die leeren Wasserstoff-Busse auf Diesel-Tiefladern in weit entfernte Städte transportiert und anschließend wieder nach Cottbus zurückgebracht werden. Die Kosten dafür übernahm nach Angaben der Beteiligten der Hersteller.

Potsdam wartet weiter auf Elektrobusse
Auch in Potsdam stockt der Umstieg auf moderne Busantriebe. Dort sind weiterhin Dieselbusse im Einsatz – ein Bild, das viele noch aus der Corona-Zeit kennen. Der Verkehrsbetrieb ViP hatte 23 Elektrobusse beim niederländischen Hersteller Ebusco bestellt, der jedoch inzwischen in eine schwere finanzielle Krise geraten ist und einen Überbrückungskredit aufnehmen musste.
Im Gegensatz zu anderen Kunden hat Potsdam den Auftrag bislang nicht storniert. Der Verkehrsbetrieb setzt weiterhin auf eine Auslieferung in der zweiten Jahreshälfte 2026. Gleichzeitig wird eingeräumt, dass sich die vollständige Elektrifizierung der Busflotte bis 2031 verzögern könnte.
Fortschritte können beide Städte immerhin bei den Straßenbahnen vorweisen. In Cottbus und Potsdam sind seit Kurzem neue, moderne Trams im Einsatz. Allerdings werden Straßenbahnen dort bereits seit mehr als hundert Jahren elektrisch betrieben. Die eigentliche Verkehrswende auf der Straße lässt in Brandenburg weiter auf sich warten.
Erinnern wir daran, früher haben wir berichtet: Assange reicht Strafanzeige gegen die Nobelstiftung wegen Friedenspreises ein.
