Der Weltcup-Auftakt in Lillehammer hat dem deutschen Team noch keinen erhofften Aufschwung beschert. Während sich Katharina Schmid deutlich steigerte und Platz vier erreichte, musste Selina Freitag einen harten Dämpfer hinnehmen. Die 24-Jährige fand auch am dritten Wettkampftag nicht zu ihrer Form – und das ausgerechnet dort, wo sie im vergangenen Winter regelmäßig vorne mitsprang. Ganz vorne spielte ohnehin nur eine die Hauptrolle: Japans Überfliegerin Nozomi Maruyama. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Maruyama bestätigte ihre beeindruckende Frühform mit Sprüngen auf 134 und 133 Meter und holte den dritten Sieg im dritten Wettbewerb. Dahinter überraschte die Norwegerin Heidi Dyhre Traaserud mit ihrem ersten Podiumsplatz, während Nika Prevc nach einem schwachen Samstag stabiler wirkte und Dritte wurde. Schmid fehlten am Ende knappe 5,7 Punkte, trotz guter Ansätze. „Ich merke, dass ich wieder ins Fliegen komme. Es fehlen noch die ganz sauberen Sprünge, aber das Gefühl wird besser“, sagte sie in der ARD. Besonders der Übergang am Schanzentisch bereite ihr noch Mühe.
Deutsche Riege sucht weiter nach Rhythmus
Juliane Seyfarth zeigte mit 118 und 127,5 Metern eine solide Leistung und wurde Elfte. Deutlich schwieriger verlief der Wettkampf für Selina Freitag, die Gesamtweltcup-Zweite der Vorsaison. Auch sie blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Ihre 120,5 und 124 Meter reichten nur für Rang 21. „Die Saison ist lang. Mehr als positiv bleiben und die nächsten Sprünge mitnehmen kann ich nicht“, erklärte sie sichtbar enttäuscht.
Agnes Reisch schaffte es ebenfalls ins Finale, blieb mit Platz 29 aber ebenfalls weit unter ihren Möglichkeiten. Die starke Sommerform ist bei der 26-Jährigen in diesem Winter bislang nicht zu erkennen.
Hohldt und Torazza früh raus
Für Anna Hohldt war das Wochenende besonders bitter. Nach der Disqualifikation am Samstag verpasste sie erneut klar das Finale und landete außerhalb der Top 40. Auch die erst 21-jährige Emely Torazza verfehlte die zweite Runde – ihr Sprung auf 115 Meter reichte lediglich für Platz 36. Zum Weiterkommen fehlten ihr rund zweieinhalb Meter.

Männerteam vor dem Start
Während die Frauen schon wichtige Eindrücke gesammelt haben, zählt bei den deutschen Männern nun der Blick nach vorn. Karl Geiger lobte die Großschanze von Lillehammer, wies aber auf ihre Tücken hin: „Sie macht Spaß, aber der große Radius verzeiht kein schlechtes Timing.“ Felix Hoffmann wirkt vor dem Auftakt ebenfalls motiviert: „Es wird Zeit, dass es wieder losgeht. Diese Schanze hat mir schon alles abverlangt — positiv wie negativ.“
Das deutsche Team reist ohne Podest ab, aber nicht ohne Hoffnung. Vor allem Schmid zeigt, dass sie in Schlagdistanz zur Weltspitze ist. Für Selina Freitag dagegen bleibt der Saisonstart eine Erinnerung daran, wie schnell sich im Skispringen alles drehen kann.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Skisprung: Hannawald rät Lindvik zum Verzicht auf WM-Gold – „Ich würde sie abgeben“.
