Kevin Kampl beendet sein Kapitel in der Bundesliga und verlässt RB Leipzig aus persönlichen Gründen. Der Vertrag des 35-jährigen Mittelfeldspielers wird auf seinen Wunsch hin zum 31. Januar aufgelöst, obwohl er eigentlich noch bis zum Sommer lief. Die Entscheidung ist das Ergebnis einer schwierigen Phase im Privatleben und einer klaren Neubewertung der Prioritäten. Kampl geht ohne große Gesten, aber mit viel Respekt von Klub und Fans. Seine Laufbahn im deutschen Fußball steht für Konstanz, Führungsstärke und eine seltene Loyalität. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Insgesamt absolvierte Kevin Kampl mehr als 270 Bundesliga-Spiele für Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und RB Leipzig. Den längsten und prägendsten Abschnitt seiner Karriere verbrachte er jedoch in Leipzig, wo er zu einer Identifikationsfigur wurde. Er war nie der auffälligste Spieler in den Statistiken, wurde aber für Spielintelligenz, Disziplin und Tempokontrolle geschätzt. Für Trainer galt er als verlässlicher Taktgeber im Mittelfeld, der Defensive und Offensive miteinander verband.
Leipzig als wichtigster Klub seiner Karriere
2017 wechselte Kampl für 20 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zu RB Leipzig und übernahm schnell eine zentrale Rolle. In achteinhalb Jahren kam er auf 283 Pflichtspiele für den Klub und zählt zu den einsatzstärksten Spielern der Vereinsgeschichte. Mit Leipzig gewann er zweimal den DFB-Pokal (2022 und 2023) sowie den DFL-Supercup 2023. Diese Titel waren die ersten großen Erfolge des Vereins – und Kampls Anteil daran galt als entscheidend.
Mit der Zeit veränderte sich seine Rolle, in der laufenden Saison kam er kaum noch zum Einsatz. Bereits im Sommer zeichnete sich ab, dass sein Vertrag nicht verlängert würde und der Klub einen Umbruch plant. Dennoch betont RB Leipzig, dass diese sportliche Entwicklung nichts an der Bedeutung seiner Verdienste ändert. Kampl bleibt ein Spieler, der für den Aufstieg des Klubs in die nationale Spitze steht.

Persönliche Gründe und ein respektvoller Abschied
Der Abschied hat keinen sportlichen Hintergrund. Im Herbst verstarb Kampls Bruder plötzlich, woraufhin der Mittelfeldspieler vom Trainingsbetrieb freigestellt wurde und sich auf seine Familie konzentrierte. In seinem offenen Brief sprach er davon, wie sehr dieses Ereignis seinen Blick auf Zeit und Leben verändert habe. Kurz vor Weihnachten kehrte er in seine Heimatstadt Solingen zurück, das Haus bei Leipzig wurde inzwischen wieder vermietet.
Die Klubführung stellte sich klar hinter den Spieler. Sportdirektor Marcel Schäfer bezeichnete Kevin Kampl als „eines der Gesichter des Vereins“ und als Führungsspieler auf und neben dem Platz. In Leipzig heißt es, die Türen stünden ihm jederzeit offen. Am 17. Januar soll er beim Heimspiel gegen Bayern München offiziell von den Fans verabschiedet werden.
Ein endgültiges Karriereende schließt Kampl nicht aus. Er kann sich vorstellen, irgendwann noch einmal zu spielen, möglicherweise in unteren Ligen in der Nähe seiner Heimat. Derzeit aber ist die Entscheidung eindeutig: Die Familie steht an erster Stelle – ein Schritt, der im Klub mit großem Respekt aufgenommen wird.
Erinnern wir daran, früher haben wir berichtet: Wer ist Mirja du Mont? Biografie, Familie und Hobbys.
