Das Männerrennen der T100-Serie in Dubai verwandelte sich in einen der verworrensten Wettkämpfe der Saison. Mehrere Top-Triathleten verzählten sich bei den Runden, und das offizielle Protokoll wurde schließlich komplett gelöscht, während die Organisatoren klären, wer die Distanz korrekt absolviert hat. Ein Rennen, das ein Aushängeschild der T100-Serie werden sollte, wurde plötzlich zu ihrem größten Fehltritt – und Athleten wie Hayden Wilde oder Morgan Pearson forderten direkt an der Ziellinie klare Antworten auf das Chaos. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Schon auf der Radstrecke begann das Durcheinander: Das führende Trio – Wilde, Marten Van Riel und Mathis Margirier – absolvierte eine zusätzliche 8-Kilometer-Runde. Sie fuhren am Abzweig zur Wechselzone vorbei und landeten statt im T2 unfreiwillig auf einer neunten Runde. Dieser Fehler kostete sie ihren gesamten Vorsprung: aus fast zwei Minuten vor der Konkurrenz wurden acht Minuten Rückstand. Auf den TV-Bildern war klar zu hören, wie Wilde frustriert fragte: „Was geht hier eigentlich vor?“, und später dieselben Fragen an Offizielle richtete.
Verwirrende Wendung auf der Laufstrecke
Doch das Chaos ging weiter. Auch der Laufabschnitt geriet außer Kontrolle. Während es schien, dass der US-Amerikaner Morgan Pearson souverän dem Sieg entgegenlief, schaltete die Übertragung plötzlich zu Mika Noodt – und der Deutsche überquerte bereits als Erster die Ziellinie. Pearson lief in diesem Moment weiter, überzeugt, dass ihm noch eine letzte Runde fehlte. GPS-Daten mehrerer Athleten, die überraschend vor Pearson platziert wurden, zeigen: Einige liefen rund 15 Kilometer statt der vorgeschriebenen 18 – also eine Runde zu wenig, nicht zu viel. Pearson erklärte im Ziel: „Ich bin acht Runden gelaufen“, und verlangte wie seine Konkurrenten eine Klärung.

Die Zielzone wurde zur surrealen Szene: Manche Athleten standen mit sichtbar gemischten Gefühlen herum, andere versuchten herauszufinden, wer das Rennen überhaupt gewonnen hatte. Noodt finishte in 3:07:30, gefolgt von Vincent Luis (3:09:19) und Sam Dickinson (3:09:47). Wilde, der durch die falsche Radrunde viel Zeit verloren hatte, kämpfte sich mit der schnellsten Laufzeit des Tages – 49:53 – noch auf Platz fünf.


Etwa eine Stunde nach Rennende gab die PTO bekannt, dass die Ergebnisse aufgrund eines „Athletenprotests“ nicht bestätigt sind. Alle Zeiten wurden aus der App entfernt, und die Untersuchung der Rundenzähl-Fehler läuft weiter. Ob schlechte Streckenkommunikation, mangelhafte Beschilderung oder eine Verkettung individueller Missverständnisse der Auslöser war, bleibt bislang offen.
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