Bei den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina findet das 10.000-Meter-Rennen der Männer im Eisschnelllauf ohne einen Vertreter der USA statt. Nur wenige Stunden vor dem Start zog Casey Dawson offiziell zurück – damit bleibt das US-Team auf der längsten Distanz ohne einzigen Teilnehmer. Für viele Fans kam die Nachricht überraschend, im Team selbst betont man jedoch, dass dieses Szenario einkalkuliert war. Der Fokus des Athleten liegt nun auf anderen Wettbewerben. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
U.S. Speedskating teilte mit, dass Dawson seine Kräfte stattdessen auf die Teamverfolgung konzentrieren möchte, deren Viertelfinals am Sonntag stattfinden, sowie auf die 1.500 Meter in der kommenden Woche. Zuvor hatte er bei diesen Spielen über 5.000 Meter den achten Platz belegt.
„Diese Entscheidung kommt nicht überraschend und war von Anfang an eine der möglichen Optionen für diese Spiele“, erklärte US-Cheftrainer Gabe Girard.
Im Kern geht es um eine strategische Schwerpunktsetzung. Im Trainerstab ist man überzeugt, dass die Medaillenchancen in der Teamverfolgung und auf der mittleren Distanz größer sind.
„Der Fokus liegt jetzt auf der Teamverfolgung und den 1.500 Metern“, teilte U.S. Speedskating mit und bestätigte damit die neue Prioritätensetzung.
Eine lange Geschichte ohne Gold
Für die Vereinigten Staaten ist die 10.000-Meter-Distanz untrennbar mit dem Namen Eric Heiden verbunden. Bei den Spielen 1980 in Lake Placid gewann er Gold über die „Zehntausend“ – Teil seiner legendären Serie von fünf Olympiasiegen. Seitdem konnte kein US-Läufer mehr olympisches Gold auf der längsten Strecke im Eisschnelllauf gewinnen.
Die letzte Medaille datiert aus dem Jahr 2006: Chad Hedrick holte in Turin Silber. In den darauffolgenden Jahren waren US-Athleten zwar am Start, erreichten jedoch keinen Podestplatz mehr. Nun fehlt erstmals seit langer Zeit sogar ein Teilnehmer.
Die wichtigsten Fakten zu den USA über 10.000 Meter:
- 🥇 Letztes Gold – 1980 (Eric Heiden)
- 🥈 Letzte Medaille – 2006 (Chad Hedrick)
- ❌ Olympische Spiele 2026 – kein Starter
Diese Entwicklung unterstreicht, dass sich das US-Team im Umbruch befindet und verstärkt auf andere Disziplinen setzt.
Wer kämpft in Mailand um die Medaillen?
Auch ohne einen Amerikaner verspricht das Rennen große Spannung. Zu den Favoriten zählt der Norweger Sander Eitrem, der in Mailand bereits die 5.000 Meter in olympischer Rekordzeit gewann. Seine Form bei diesen Spielen gilt als beeindruckend.
Ebenfalls im Kreis der Medaillenkandidaten ist der Italiener Davide Ghiotto. Im Januar 2025 stellte er mit 12 Minuten 25,69 Sekunden einen Weltrekord über 10.000 Meter auf. Bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking gewann er Bronze auf dieser Distanz – nun startet er vor heimischem Publikum.
Experten erwarten, dass sich der Kampf um die Medaillen vor allem zwischen europäischen Spitzenläufern entscheidet. Das US-Team hingegen richtet seinen Blick auf die Wettbewerbe, in denen es sich größere Erfolgschancen ausrechnet.
„Wir rechnen mit einem starken Auftritt in der Teamverfolgung“, heißt es aus dem Umfeld der US-Mannschaft.
Für Casey Dawson sind die Spiele in Mailand damit noch nicht beendet. Mit der Teamverfolgung und den 1.500 Metern stehen noch zwei wichtige Starts bevor – dort hoffen die Amerikaner, das Fehlen über 10.000 Meter zu kompensieren.
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